Schon vor Projektstart

Halteverbote wegen „SOfia“: Autonomer Bus ärgert Anwohner in Soest

Bislang war „SOfia“ nur probeweise unterwegs – und dennoch sorgt der Bus schon für Ärger in der Bördestadt.
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Bislang war „SOfia“ nur probeweise unterwegs – und dennoch sorgt der Bus schon für Ärger in der Bördestadt.

Ende Juni soll „SOfia“, der autonom fahrende Bus, seinen Regelbetrieb aufnehmen. Die Vorbereitungen für den Projektstart laufen – und sorgen bei manchem Anwohner des Hattroper Weges für Verwunderung.

Soest - Der Hattroper Weg liegt auf der Route des selbstfahrenden Busses, der mit 15 km/h zwischen dem Soester Bahnhof und der Blindenschule an eben jenem Hattroper Weg verkehren soll. Damit er das jedoch ohne kann, musste die Parksituation am Hattroper Weg geändert werden. Schilder warnen nicht nur vor einem langsam fahrenden Fahrzeug, sondern weisen auch auf ein ausgeweitetes absolutes Halteverbot hin.

Das Halteverbot sorgt unter anderem bei einem Anwohner der Straße für Unmut: „Das ist schon sehr suspekt. Vor einigen Jahren wurden wegen des Radstreifens Halteflächen für Anwohner entfernt. Auch den breiten Gehweg darf man nicht nutzen. An anderer Stelle, wo der Hattroper Weg hinterm Kölner Ring stadteinwärts saniert wurde, dürfen die Anwohner parken, dort wurde der Kompromiss gemacht“, schildert der Anwohner. Er fühlt sich unfair behandelt. „Ich hab Gott sei Dank noch meinen eigenen Stellplatz. Aber meine Frau muss jetzt zusehen, wo sie parken kann – und dann ein paar hundert Meter laufen“.

Autonomer Bus „SOfia“ in Soest: Probleme im Begegnungsverkehr

Doch warum musste die sowieso schon bestehende Halteverbots-Situation am Hattroper Weg noch verschärft werden? Die Antwort: „SOfia“. „Die Halteverbote in dem Abschnitt sind notwendig, weil ‚SOfia‘ sensorisch schlecht damit klarkommt, wenn am Straßenrand wechselnde Hindernisse stehen“, erklärt Stadtsprecher Thorsten Bottin.

Wegen der vorherrschenden Verkehrssituation mussten Fahrzeuge bisher in dem betroffenen Bereich auf der Straße parken – doch das würde dem autonom fahrenden Bus jetzt Probleme im Begegnungsverkehr verschaffen. „An anderen Stellen gibt es Haltebuchten oder markierte Halteflächen. Die können im Vorfeld in den Streckenverlauf eingemessen werden“, so Bottin.

Die Halteverbote in dem Abschnitt sind notwendig, weil ‚SOfia‘ sensorisch schlecht damit klarkommt, wenn am Straßenrand wechselnde Hindernisse stehen.

Thorsten Bottin, Sprecher der Stadt Soest

Der Bus bekommt also per Programmierung gesagt, um welche Flächen er einen Bogen machen muss. Das sei bei auf der Straße parkenden Autos, die immer mal wieder woanders stehen, nicht machbar. „Von der autonomen Messtechnik her ist das nicht umsetzbar.“

Und warum gilt das ausgeweitete Halteverbot jetzt schon, obwohl der Bus noch gar nicht seinen Regelbetrieb aufgenommen hat? Weil er trotzdem schon auf dem Hattroper Weg unterwegs ist: „Bei Einmessfahrten fährt das Fahrzeug die Strecken ab und misst sie mit Sensoren aus. Am 21. Juni beginnen zudem die Schulungen der Operatoren, von denen immer einer im Bus sitzen wird“, so Bottin. Das ausgeweitete Halteverbot soll übrigens nur für den Zeitraum des „SOfia“-Projektes – also bis zum Ende des Jahres – gelten.

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