"Wie viele von uns es da noch geben wird, werden wir sehen."

Spätsommer freut Gastronomen - doch was passiert, wenn die Temperaturen wieder fallen?

Heizpilze sollen Gastronomen in Soest helfen
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Baret Davidian (rechts) und Alina Eickenbusch finden Heizpilze in Ordnung, wenn sie den Gastronomen beim Überleben helfen.

Der Spätsommer zeigt sich noch einmal von seiner heißen Seite – am Dienstag stieg das Thermometer auf mehr als 30 Grad, auch am Wochenende soll die 30 Grad-Marke erreicht werden. Das freut vor allem die Soester Gastronomen, für die ihre Außengastronomie durch Corona überlebenswichtig geworden ist.

Soest - „Die Temperaturen und das schöne Wetter sind wirklich ein Gottesgeschenk“, sagt Margareta Burgos, Inhaberin des „Solista“ im Theodor-Heuss-Park und des „Lamäng“ am Marktplatz. 

Als niedrige Temperaturen vor kurzer Zeit den Herbst ankündigten, habe Burgos gemerkt, „was auf uns zukommt“. Viele Gäste hätten trotz aller Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen wegen Corona Angst, in den Lokalen Platz zu nehmen. 

Yousufi Dzabar, Kellner im Solista, hat im Biergarten derzeit gut zu tun.

Und selbst wenn es genug Gäste geben würde, die mit einem Tisch in geschlossenen Räumen einverstanden wären: „Drinnen haben wir wegen den Abstands-Vorgaben maximal ein Drittel der Plätze zur Verfügung. Deswegen hoffen wir, dass der Betrieb draußen so lang wie möglich laufen kann.“ 

"Wir brauchen den Umsatz"

Natalia Peters vom Restaurant „Zum kleinen Häuschen“ am Vreithof sieht das genauso: „Viele Leute möchten sich nicht rein setzen. Aber wir brauchen den Umsatz und hoffen, dass das Wetter für den Außenbereich so lange wie möglich schön bleibt.“ 

Cornelia Schäfer: „Die Gastronomen hatten schon genug Probleme, deswegen würde ich sie natürlich auch weiter unterstützen, wenn sie Heizpilze aufstellen.“

Sie denke auch darüber nach, ob sie bei kälterer Witterung ein Zelt vor ihrem Lokal aufbauen dürfte und hofft in dieser Hinsicht auf konkrete Aussagen der Stadt. Damit es die Gäste auch bei kälteren Temperaturen draußen gemütlich haben, setzen die beiden auf Heizpilze und Wärmestrahler. 

Grundsätzlich gegen Heizpilze. Aber..

Diese sind zwar wegen ihrer schlechten Klimabilanz umstritten, aber: „In Corona-Zeiten finde ich den Einsatz von Heizpilzen okay“, sagt Lamäng-Gast Baret Davidian. Grundsätzlich sei er aus Klimaschutz-Gründen ein Gegner von Heizpilzen, aber für Gastronomen und ihre Außengastronomie seien sie in diesem Jahr überlebenswichtig.

Im Außenbereich des Restaurants „Zum kleinen Häuschen“ könnte bald ein Zelt stehen.

Cornelia Schäfer, Gast im kleinen Häuschen, ergänzt: „Die Gastronomen hatten schon genug Probleme, deswegen würde ich sie natürlich auch weiter unterstützen, wenn sie Heizpilze aufstellen.“ Im Gegensatz zu anderen Kommunen spreche da in Soest auch nichts gegen, sagt Stadtsprecher Thorsten Bottin: „Heizpilze sind zugelassen, natürlich müssen sie den technischen Vorgaben entsprechen.“ 

Auch für die Außengastronomie gebe es keine terminliche Grenze: „Eine Sondernutzung ist ganzjährig möglich, wenn Belange von zum Beispiel städtischen Veranstaltungen oder Baumaßnahmen dem nicht entgegenstehen.“ 

Heizpilze sollen den Gastronomen helfen.

Eine einschränkende Veranstaltung könnte der Weihnachtsmarkt werden, bei dem allerdings noch abzuwarten ist, ob er stattfindet. Margareta Burgos macht sich allerdings nichts vor: „Es wird ein harter Herbst, ein harter Winter und ein hartes Frühjahr. Wie viele von uns es da noch geben wird, werden wir sehen. Wir sitzen alle in einem Boot. Wir sparen wo es geht und hoffen, dass wir so viel Arbeit haben, dass wir das Personal über den Winter bringen können.“

In Lüdenscheid (Märkischer Kreis) wurde ein bestehendes Heizpilz-Verbot gekippt. Befristet bis zum 30. April 2021 dürfen die durch die Corona-Krise arg gebeutelten Gastronomen und Händler nun die klimaschädlichen Wärmequellen wieder aufstellen, um ihre Gäste und Kunden auch in der kalten Jahreszeit draußen bedienen zu können.

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