Lockdown-Ende

Nach Zwangspause: Friseure erleichtern Köpfe ihrer Kunden

Vorne wird geschnitten, hinten schon der nächste Termin am Telefon entgegen genommen. Die Friseure – hier der Salon von Monika Nixon – haben wieder gut zu tun.
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Vorne wird geschnitten, hinten schon der nächste Termin am Telefon entgegen genommen. Die Friseure – hier der Salon von Monika Nixon – haben wieder gut zu tun.

Mähnenweise fielen am Montag die ersten „Corona-Auswüchse“ zu Boden. Auf den Köpfen schnitten die Friseure wieder Frisuren zurecht, die diese Bezeichnung auch verdient haben.

Soest - Um 8.30 Uhr öffnete Monika Nixon ihr Haarstudio an der Jakobistraße. Die Kunden seien angesichts der von ihren Köpfen fallenden Last erleichtert und ausgesprochen freundlich gewesen, berichtete sie. Die Wünsche der Kunden hätten im Gleichklang gelautet: „Schneiden Sie alles ab, was ab muss – auch das, was ich falsch selber geschnitten habe.“

Einige Kunden, oder vielmehr die, die es gerne gewesen wären, musste die Friseurin wieder nach Hause schicken. Sie hatten sich ohne Termin in Lauerstellung vor den Salon gestellt. Doch ein Termin ist die Grundvoraussetzung, um professionell von der Corona-Matte befreit werden zu können. Um an den Frisuren überhaupt etwas verdienen zu können und nicht bloß die Personalkosten zu decken, musste auch Monika Nixon an der Preisschraube drehen. Aber nur sehr gefühlvoll: So müsse ein Herrenhaarschnitt – Waschen, Schneiden, Föhnen – einen Euro mehr kosten.

Friseure öffnen wieder:

„Wir müssen durch die Verordnungen pro Kunde auch mehr Zeit einrechnen. Normalerweise haben wir sechs Plätze, durch die Abstandsregeln sind es jetzt nur drei. Die Termine müssen so kalkuliert werden, dass die Kunden sich auch beim Betreten und Verlassen des Studios nicht begegnen“, erklärte Nixon. Neukunden hätten ihr berichtet, dass deren „alte“ Friseure die Preise deutlich stärker angehoben hätten: „Manche haben bereits nach der ersten Schließung im Mai die Preise angehoben und sollen jetzt teilweise doppelt so teuer sein. Das finde ich dem Kunden gegenüber nicht fair. Viele andere haben ja ebenso finanzielle Ausfälle.“

Die Scheren klappern wieder.

Und obwohl das Ende der zehnwöchigen Zwangspause von den meisten Friseuren herbeigesehnt wurde, blieben vereinzelt Salons in Soest geschlossen. So zum Beispiel der von Anja Schlichting. Sie erklärte, dass ihr Team aufgrund der Salon-Größe mehr Kunden gleichzeitig mit entsprechendem Abstand bedienen könne. Außerdem möchte sie ihr Personal nicht zusätzlich belasten: „Wir bleiben bei unseren regulären Arbeitszeiten und öffnen montags weiterhin nicht. Die Kunden haben Verständnis und akzeptieren, wenn sie einen Termin erst im April oder Mai bekommen.“ So wurde Anja Schlichtings Salon geputzt, ehe es für sie und ihr Team am Dienstag nach der Zwangspause wieder losgeht.

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