Historie III.Teil

Filmtrilogie ist eine Liebeserklärung an Soest: Vom "finstersten Ort" zum Schmuckstück

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Der Senator Dr. Hubertus Schwartz (rechts, dargestellt von Dr. Hans-Joachim Schmallenberg) wehrt sich gegen falsche „Modernisierung“, die ihm Manuela Mewes schmackhaft machen will. Dr. Benno Dalhoff gibt den Moderator.

Soest - Nach 35 Minuten brandet Beifall auf. Dem Publikum hat der letzte Teil der Filmtrilogie zur Geschichte der Stadt Soest bestens gefallen. Ein halbes Dutzend Mal wurde der Streifen von Dr. Frieder Schütz und Klaus-Dieter Schmidt jetztim Rathaus für die Mitwirkenden und  Interessierte gezeigt.

Die Zahl der Vorführungen war hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass nur jeweils gut 30 Leute in den großen Sitzungssaal durften, um die Sicherheitsabstände zu wahren. 

Der Film sei „sehr gelungen“ und ein gutes Beispiel für „bürgerschaftliches Engagement“, lobte Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer, der die Zuschauer vor jeder Vorstellung begrüßte. Diese letzte Folge der Trilogie sei umso überzeugender, als Erfahrungen aus den beiden vorhergehenden Teilen beim Drehen eingeflossen seien. Die Macher bleiben ihrer Darstellungsform treu: Spielszenen wechseln mit Statements, Menschen in historischer Kleidung agieren vor aktueller Soest-Kulisse. 

Hinzu kommt in diesem letzten Teil authentische Filmmaterial. Das ergibt eine reizvolle Mischung. 

Für Drehbuchautor Dr. Frieder Schütz und Kameramann Klaus-Dieter Schmidt, der wieder die gesamte Technik übernommen hat, dürfte dieser letzte Teil der Trilogie der schwierigste gewesen sein. Als Zeitzeugen kannten sie einige wichtige Soester Persönlichkeiten des 20. Jahrhundert persönlich und mussten doch bei der Produktion auf Distanz achten. 

Der Abschluss der unterhaltsamen Filmreihe behandelt die Zeit zwischen 1784, als Soest noch „der finsterste Ort des Heiligen Römischen Reiches“ war, wie ein Pfarrer die Stadt im 18. Jahrhundert nannte, bis zum Jahr 2019, in dem sich Soest als Schmuckstück präsentiert.

 Im Blickpunkt steht die Ära der preußischen Könige, die stets ein Auge auf die Stadt hatten und unter anderem für mehr Hygiene sorgten. Es geht um die Industrialisierung im 19. Jahrhundert, in dessen Verlauf sich die Einwohnerzahl der ehemaligen Ackerbürgerstadt vervielfachte. Und es geht um das wechselvolle 20. Jahrhundert, in dem sich das jetzige Stadtbild ausprägte. Viel Raum bekommen die Kirchen, vor allem in ihrer Auseinandersetzung mit der Nazi-Ideologie. Niemand verhinderte, dass auch in Soest Juden diskriminiert und verschleppt wurden. Die prägende Nachkriegszeit und die Situation der Garnisonsstadt wird in Interviews dargestellt.

 Zum Schluss ist das Paar, das am Filmanfang zur Soesterkundung aufbricht, überzeugt: Die Stadt ist ein Juwel. Die Filmtrilogie ist eine Werbung für, eine Hymne auf und eine Liebeserklärung an die Stadt.

 Geschichte könnte man durchaus anders erzählen. Die chronologisch aufgeführten Ereignisse sind aber nicht falsch dargestellt. Somit eignet sich die Filmtrilogie tatsächlich als das für Schulklassen gedachte Unterrichtsmaterial und ist zudem sehenswert für alle Soest-Liebhaber. 

Nach einer wohlverdienten Pause wollen die Filmemacher vielleicht mit einem Streifen über Soester Schnurren weitermachen.

Jahreszeiten

Gedreht wurde der dritte Teil der Soest-Trilogie von Spätsommer bis Winter in der Bördestadt. Das erkennt der Zuschauer an der Färbung und dem Fall der Blätter und an der dicker werdenden Bekleidung der Akteure. Auf diese Weise wird die jährliche Entwicklung der Hauptdarstellerin, der Stadt nämlich, authentisch ins Bild gesetzt. Wer Soest im Jahreszeitenwandel sehen möchte, bekommt die DVD für acht Euro in den Gemeindebüros von St. Petri und St. Patrokli.

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