Gisela und Fritz Manske

Diamantene Hochzeit: Diese beiden Soester sind seit 60 Jahren ein glückliches Paar

Derselbe Hintergrund, dasselbe Outfit: Gisela und Fritz Manske vor ihrem Haus mit dem Foto, das Anzeiger-Fotograf Peter Dahm vor genau zehn Jahren zur goldenen Hochzeit des Paars gemacht hatte.
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Derselbe Hintergrund, dasselbe Outfit: Gisela und Fritz Manske vor ihrem Haus mit dem Foto, das Anzeiger-Fotograf Peter Dahm vor genau zehn Jahren zur goldenen Hochzeit des Paars gemacht hatte. (Zur Vollansicht oben rechts klicken.)

Seit 60 Jahren sind Gisela Manske und ihr Mann Fritz verheiratet. Doch die Feier muss warten.

Soest – „So ein Wetter hatten wir damals aber nicht“, erinnert sich Gisela Manske an den heutigen Tag vor 60 Jahren, während draußen ein Schneeschauer niedergeht. Der viel gravierendere Unterschied ist jedoch: Damals konnte man den Anlass noch gebührend feiern. Heute, am Tag der diamantenen Hochzeit, „haben wir überhaupt nichts geplant“, meint ihr Mann Fritz. Höchstens, dass jemand aus ihrem Jahrzehnte überdauernden Freundeskreis an der Türschwelle ein Fläschchen abgibt, mit Abstand und Maske. Bis man die Feier irgendwann nachholen kann.

Dann auch mit den vier Kindern, sieben Enkeln und vier Urenkeln – oder vielmehr, dann wohl bereits sechs Urenkeln, denn die nächsten beiden sind bereits „unterwegs“. „Den jüngsten haben wir bislang so gut wie gar nicht zu Gesicht bekommen“, meint Gisela Manske und deutet auf ein Foto an der Wand, das das kleine Würmchen zeigt. Darüber, säuberlich an Haken baumelnd, sämtliche Sammelkrüge, die die Stadt Soest von 1980 bis 1999 anlässlich des Bördetags auf den Markt gebracht hatte. Echte Soester halt.

Wenn auch keine gebürtigen. Gisela Zimmer wuchs im schlesischen Falkenau auf. Fritz Manske lebte in Neudorf in Pommern. Dort arbeitete sein Vater bei der Soester Firma Hermann Milke, die Autobahnen baute. Dann kam der Krieg. Beide Familien mussten zum Kriegsende fliehen. „Wir waren im Treck in Waggons Richtung Westen gefahren und wurden irgendwo rausgelassen, um dort unterzukommen“, erinnert sich Gisela Manske noch zu genau an diese traumatische Phase. „Rausgelassen“ wurden sie in der Soester Börde, zunächst auf einem Hof in Klotingen.

Dann fand ihr Vater, ein Eisenbahner, Arbeit am Bahnhof, man wohnte in der Hermannstraße und baute später am Gelmer Weg das eigene Haus. Die Familie ihres späteren Mannes war im Krieg getrennt worden. Der Vater hatte sich noch als Soldat nach Soest zum Sitz der Milkes durchgeschlagen, die Mutter mit sieben Kindern kam später dazu.

Als Gisela Zimmers Onkel Fritz Manskes ältere Schwester heiratete, sahen sich die jungen Leute erstmals. 1957 funkte es, im April 1960 folgte die Verlobung, fast genau ein Jahr später läuteten die Hochzeitsglocken, „und wir waren die Ersten im noch jungen Gelmer Weg, die kirchlich heirateten“. In der Hohnekirche führte Fritz seine Gisela zum Traualtar, noch heute sind sie der Gemeinde stark verbunden, vermissen schmerzlich den Seniorenkaffee, der während der Pandemie nicht stattfinden kann.

Fritz Manske lernte bei Milke und blieb bis zur Pensionierung bei der Baufirma, engagierte sich als Gewerkschafter und verreiste gerne mit seiner Frau, die den Friseur-Beruf gelernt hat.

Auch wenn unklar ist, wann das Jubiläum nachgeholt werden kann, Gisela Manske weiß dennoch auch die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen: „Eine Tasse Kaffee und ein Stück Schokolade – das macht glücklich.“

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