Breitbandausbau

Breitband: Kein Bauarbeiter zu sehen

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Bunte Lichtleiter: So sehen die dünnen Glasfaserkäbelchen aus, die für schnelles Internet sorgen.

Soest – Exakt ein halbes Jahr liegt nun der mit viel Pomp und Prominenz gefeierte erste Spatenstich zurück. In Röllingsen war sogar eine (wie sich später zeigte nur symbolische) Baustelle mit Sandhaufen und Absperrbarken eingerichtet worden für den Baustart des Glasfasernetzes quer durch den Kreis Soest. 

Seit jenem 22. August ist dort kein Bauarbeiter mehr gesehen worden. ennoch versichert die Firma Innogy: „Wir liegen im Zeitplan; bis Ende 2020 ist alles erledigt.“

Thomas Gutwin ist mit seinem Zimmerei- und Dachdeckerbetrieb kürzlich von Ense nach Röllingsen gezogen und hat sich darauf verlassen, möglichst rasch vom schnellen Internet profitieren zu können. Was er jetzt in Röllingsen hat, ist eine Uralt-Telefonleitung, die nicht mal für zügiges Mail-Abrufen reicht. „Wenn ich mal große Pläne nach Skandinavien verschicken will (dort sitzt sein Lieferant für Holzhäuser), kann ich das nur nachts erledigen.“ Dann hat er zumindest die schmale Leitung für sich allein. Doch eine Lösung ist das nicht: „Ich kann ja nicht immer nur nachts arbeiten“, sagt der Handwerker.

Regelmäßig ruft er bei Innogy an, um sich nach dem Baufortschritt für die Datenleitung zu erkundigen. Die immer gleiche Antwort: „Wir sind dran!“ Doch es sei „einfach nur traurig“, weil sich zumindest in Röllingsen bis heute nichts tut. Immerhin werde an vielen anderen Stellen im Kreis Soest an dem Glasfasernetz gearbeitet, das bis Ende 2020 mehr als 10 000 Haushalte – durchweg auf entlegenen kleinen Dörfern – schnelles Internet ins Haus bringen soll, versichert Innogy-Sprecher Werner Dierks. Bevor aber überhaupt der erste Kunde flott surfen kann, muss erst einmal die Ringleitung stehen, die rund um den Kreis Soest vergraben wird und von der später Glasfaserleitungen in die einzelnen Siedlungen und Straßen abzweigen.

Röllingsen? „Richtig“, sagt Dierks, „ich war im August bei dem ersten Spatenstich dabei.“ Doch es dauere noch, bis nach der Symbolik handfeste Taten folgten. Nächste Woche wird in Möhnesee-Theiningsen ein weiterer Bautrupp loslegen, der die Ringleitung verlegt. Mitte März will der Trupp von Theiningsen Richtung Meiningsen, Meiningserbauer und Epsingsen weiterziehen. Mitte des Jahres könnten die Arbeiter in Röllingsen sein.

In den vergangenen Wochen waren bereits andere Teams in Welver, Rüthen, Erwitte und Warstein unterwegs. Unterm Strich hat sich Innogy das Gesamtpaket in 51 Einzel-Baustellen aufschnüren lassen, für die jeweils eigene Planungen und Baulose erstellt worden sind. Doch selbst wenn Röllingsen im Sommer den Kabeltrupp sieht, bedeutet das noch nicht, dass ein paar Tage später die Arbeit am PC und im Internet nur so flutscht. „Teilinbetriebnahmen“, so Dierks, sind frühestens im dritten Quartal in Warstein und Rüthen geplant.

An der Ziel-Aussage, wie sie auch schon beim großen Auftakt-Zeremoniell im August in Röllingsen verbreitet wurde, aber hält der Sprecher fest: Ende 2020 haben sie alle den versprochenen Glasfaser-Anschluss für das fixe Internet.

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