Soest braucht weiter neue Wohnungen: Leer stehende Läden in Nebenstraßen könnten umgebaut werden

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Auf dem Gelände der Adam-Kaserne (Clevische Straße) ist gerade die Baugrube für ein großes Mehrfamilienhaus ausgehoben worden.

Soest – So sehr sich die Bauverwaltung auch bemühe, die letzten Flächenreserven im Stadtgebiet anzuzapfen, um für neue Siedlungen keine unberührten Äcker zubetonieren zu müssen – es reicht nicht.

Darauf haben jetzt Stadtbaurat Matthias Abel und Planungschef Maik Draxler jetzt bei der Vorstellung des Wohnungsmarktberichts 2019 hingewiesen. Langsam, aber sicher seien nun auch die letzten Potenziale innerhalb der Stadt ausgeschöpft. Der Anzeiger hatte bereits am Montag die wichtigsten Zahlen und Fakten des Reports veröffentlicht. 

Abel und Draxler gingen jetzt in die Details und betonten, der große Bedarf an neuen Wohnungen resultiere keineswegs nur aus dem Bevölkerungswachstum. Das liege in den nächsten zehn Jahren ohnehin nur bei einem Prozent. Viel mehr schlage aber der Wunsch nach immer Quadratmetern pro Kopf zu Buche – geschuldet ist dieser Trend der anhaltenden Nachfrage nach Single-Haushalten. 

Während also nach und nach die letzten freien Flächen in der Stadt volllaufen, könnte womöglich ein neuer Trend Abhilfe bei der Suche nach zusätzlichem Wohnraum sorgen. Abel sieht den Einzelhandel in den Randlagen der Altstadt Schritt für Schritt schwinden. Die Jakobistraße etwa sei schon lange keine Einkaufsmeile mehr, durch die man bummle, um links und rechts Tür an Tür interessante Fachgeschäfte zu entdecken. 

Gut vorstellbar also: Die Läden in den Erdgeschossen könnten einen Tages komplett verschwunden sein; somit wäre Platz für weitere Wohnungen. 

Eine weitere Herausforderung: Der Bau geförderter Wohnungen. Weil Baufinanzierungen zu Micker-Zinsen zu haben sind, lohnt sich für viele Investoren nicht die staatliche Förderung. Und ohne sie können sie bei der Vermietung und bei der Preisfestsetzung freier schalten und walten. 6,6 Millionen Euro hat der Kreis 2018 für die Wohnraumförderung im Pott gehabt. Abgerufen wurde nicht einmal ein Drittel davon (knapp 1,9 Millionen Euro).

 Soest, so Abel, profitiere freilich davon, dass neben den 1313 klassisch geförderten Wohnungen 942 durchweg preiswerte Adressen hinzukommen, die den beiden großen Wohnungsgesellschaften des Landes und Bundes gehören. Die Mieten liegen hier größtenteils noch unter sechs Euro.

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