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Stichflamme setzt Hallendach in Brand: Feuerwehr-Großeinsatz bei Kuchenmeister

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Von: Daniel Schröder

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Mit dem Wasserwerfer der Drehleiter wurden die Flammen auf dem Dach von oben bekämpft.
Mit dem Wasserwerfer der Drehleiter wurden die Flammen auf dem Dach von oben bekämpft. © Daniel Schröder

Bei der Firma Kuchenmeister in Soest brannte es in der Nacht auf Freitag. Als die Feuerwehr um 2.20 Uhr am Coesterweg eintraf, war das Feuer bereits eindrucksvoll zu sehen.

Soest - Großalarm für die Feuerwehr Soest: Um 2.13 Uhr wurde in der Nacht auf Freitag ein Brand bei der Firma Kuchenmeister am Coesterweg in Soest gemeldet. Bereits in der ersten Alarmierung erhielten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr die Information, dass vermutlich ein Ofen und auch das Dach brennen sollten. Zu Bränden in den Öfen der Großbäckerei kommt es durch die Kombination aus Fetten und großer Hitze öfters. Dass die Flammen sich jedoch auf das Dach ausweiten können, ist die Ausnahme.

Bereits auf der Anfahrt sei für die Feuerwehrleute „deutlicher Feuerschein“ über der Firma zu erkennen gewesen: „Als wir eintrafen, schlugen die Flammen schätzungsweise fünf bis sechs Meter hoch aus dem Dach“, berichtete Feuerwehrsprecher Kai Weets.

Aufarbeitung nach Feuerwehr-Großeinsatz: So entstand der Brand

Der Ofen selber habe nicht gebrannt, berichtete Kuchenmeister-Sprecherin Meike Lauterjung am Freitag gegenüber unserer Redaktion. Eine Aufarbeitung des Brandes habe am Freitag folgenden Ablauf ergeben: „Der Ofen war seit zwei Wochen nicht Betrieb, er wurde gewartet. Nach der Wartung wurde er nun Anfang der Woche wieder aufgeheizt und lief im Testbetrieb. Eventuelle Restablagerungen im Ofenrohr haben trotz regelmäßiger Reinigung wohl für einen Schwelbrand im Rohr gesorgt. „Dadurch ist eine Stichflamme durch das Schwadenrohr des Ofens nach draußen gedrungen, wodurch sich eine Dachkuppel aus Kunststoff und die Dachoberhaut entzündet haben“, so Lauterjung.

Die Kuchenmeister-Sprecherin: „Der Ofen ist kaum in Mitleidenschaft gezogen worden und wird schnellstens wieder in Betrieb gehen.“ Das Wichtigste unterm Strich: „Die Halle war sofort geräumt, es gab keine Verletzten. Unsere geschulten Mitarbeiter haben die Situation sofort erkannt und richtig reagiert.“

Brand bei Kuchenmeister: Alarm für die komplette Feuerwehr Soest

Nachdem sie vor Ort eingetroffen waren, machten sich die Einsatzkräfte der beiden Innenstadt-Löschzüge und des Löschzugs 3 (Müllingsen, Bergede & Hiddingsen) sofort an die Arbeit. Zudem wurde umgehend nach der ersten Lage-Erkundung die Alarmstufe erhöht - wenig später waren auch die Feuerwehrleute aus Ostönnen und Ampen (Zug 5) sowie Meckingsen und Hattropholsen (Zug 6) auf dem Weg zum Coesterweg. Die Kräfte aus Deiringsen (Zug 4) übernahmen den Grundschutz für mögliche Paralleleinsätze - so war nach kurzer Zeit die gesamte Feuerwehr Soest mit rund 85 Kräften im Einsatz. Außerdem rückte eine zweite Drehleiter aus Bad Sassendorf an.

Auch vom Dach aus wurden die Flammen bekämpft. Unterstützung gab es von der Drehleiter aus Bad Sassendorf.
Auch vom Dach aus wurden die Flammen bekämpft. Unterstützung gab es von der Drehleiter aus Bad Sassendorf. © Daniel Schröder

Brand bei Kuchenmeister: „Glücklicherweise keine Verletzten zu beklagen“

„Aufgrund der hohen Anzahl an Mitarbeitern, die sich in der betroffenen Halle aufgehalten hatten“, so Weets, rückte auch der Rettungsdienst des Kreises mit zahlreichen Kräften an. „Der Rettungsdienst hat alle Personen gesichtet, die in der Halle waren. Glücklicherweise haben wir keine Verletzten zu beklagen“, erklärte der Feuerwehrsprecher.

Die Feuerwehr bekämpfte die Flammen über mehrere Wege: Unter Atemschutz wurde der Schwelbrand im Bereich des Ofens zügig unter Kontrolle gebracht, auch der Wasserwerfer-Einsatz über die Drehleiter brachte schnellen Erfolg beim Löschen des brennenden Daches. Mit Absturzsicherung ausgerüstet, kümmerten sich Feuerwehrleute zudem auf dem Dach um das Feuer. Insgesamt waren fünf Trupps unter schwerem Atemschutz am Kampf gegen die Flammen beteiligt.

Mit dem „Abrollbehälter Atemschutz“ des Kreises wurden frische Atemschutzgeräte gebracht.
Mit dem „Abrollbehälter Atemschutz“ des Kreises wurden frische Atemschutzgeräte gebracht. © Daniel Schröder

Um die verbrauchten Masken und Atemschutzgeräte direkt an der Einsatzstelle gegen frisches Material zu tauschen, rückte die feuerwehrtechnische Zentrale des Kreises Soest mit dem Abrollbehälter-Atemschutz an. Um 5.12 Uhr war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Auch Kreisbrandmeister Thomas Wienecke machte sich vor Ort ein Bild der Lage.

Erst vor einem Monat hatte es bei Kuchenmeister gebrannt - in einem Ofen in Halle 2 waren Christstollen in Brand geraten.

Der Brand bei Kuchenmeister war bereits der zehnte Einsatz für die Soester Wehr in dieser Woche, so Kai Weets.. Am Donnerstagnachmittag war sie zu einem Brandeinsatz ausgerückt: Am Hiddingser Weg wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig Rauchmelder sind. Am späten Mittwochabend und in der Nacht war die Feuerwehr wegen eines schweren Unfalls auf der Werler Landstraße im Einsatz.

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