Markt für "Untershoppte"

"Bördetag 1338" in Soest: WMS reagiert auf Sturm der Kritik

Bördetag 1338 trotz Corona in Soest
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Die Ankündigung zum "Soester Bördetag 1338" sorgte für ein großes Echo. 

Der "Soester Bördetag 1338" im November wird nicht wie der traditionelle Bördetag, den wir aus dem Sommer kennen. Im Netz hatte die Wirtschaft und Marketing Soest GmbH einen Sturm der Kritik erfahren.

Soest – Dass es Reaktionen auf die Ankündigung des „Soester Bördetag 1338“ geben würde, war der Wirtschaft und Marketing Soest GmbH im Vorfeld bewusst, erklärte Birgit Moessing am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. 

Der Sturm der Entrüstung, in dessen Kern der WMS gerade auf Facebook unverantwortliches Handeln in Bezug auf die steigenden Corona-Zahlen vorgeworfen wurde, sorgte jedoch dafür, dass sich die WMS dazu veranlasst sah, gegenüber dem Anzeiger ein paar Dinge geradezurücken.

"Bördetag 1338": "Das ist nur ein Titel - mehr nicht"

„Es wird natürlich nicht ein Bördetag wie sonst. Das ist nur ein Titel – mehr nicht“, betonte Moessing. So wird es beispielsweise keine Livemusik-Veranstaltungen geben, und auch Bilder von Menschenansammlungen sollen ausbleiben. 

„Es soll lediglich eine Möglichkeit für die Menschen sein, am Wochenende für einen Spaziergang oder einen Einkaufsbummel vor die Tür zu kommen. Manche Leute sind einfach untershoppt und unterveranstaltet. Es wissen doch alle, wie frustrierend die Situation derzeit ist.“

"Bördetag 1338": Diese Corona-Regeln gelten

Beim verkaufsoffenen Sonntag gelten die Vorschriften, die in der Fußgängerzone ohnehin vorgesehen sind: Abstand zu anderen Menschen halten und ab dem Betreten der Geschäfte die Maske auf Mund und Nase tragen. Das Konzept des „Bördetag 1338“ sei vergleichbar mit dem Wochenmarkt und dem Bördebauernmarkt, bei dem die Stadt mit Blick auf die Corona-Schutzverordnung im September bereits gute Erfahrungen gesammelt hatte. 

„Sobald das Veranstaltungsgelände betreten wird, gilt die Abstands- und Maskenpflicht“, so Moessing. Zäune um den Bereich mit rund 25 Ständen, für die Möglichkeit der Besucher-Erfassung, soll es nicht geben. Derartige Maßnahmen würden nur Sinn machen, wenn mit Besucherströmen wie bei der Kirmes oder dem Weihnachtsmarkt zu rechnen sei, hieß es.

Auf den harten Gegenwind im Netz angesprochen, sagte Moessing: „Es ist normal, dass Menschen, die etwas nicht gut finden, sich eher in den Sozialen Netzen äußern. Die, die das gut finden, gehen hin und schreiben das nicht in die Kommentare.“ Die Schausteller, die mit ihren Buden und zwei Kinderkarussells vertreten sein werden, hätten sich indes über die Nachricht gefreut, dass es etwas wie den „Bördetag 1338“ geben soll.

"Bördetag 1338" - ein Kommentar

Der „Soester Bördetag 1338“ wurde am Donnerstag-Nachmittag völlig überraschend angekündigt. Und wie das bei Überraschungen so ist: Sie sorgen nicht immer für positive Reaktionen bei den Überraschten. 

Vor allem in den Sozialen Netzwerken sah sich die Wirtschaft und Marketing Soest GmbH einem Sturm der Kritik ausgesetzt. Dass die Stadt den Menschen in dieser Zeit, in der die Allerheiligenkirmes eigentlich für Jubel, Trubel, Heiterkeit gesorgt hätte, einen Grund geben will, mit Maske und Abstand an die frische Luft zu gehen, ist nicht verwerflich. 

Die Art und Weise, wie die WMS ihre Pläne jedoch ankündigte, war mehr als irreführend: Mit dem Begriff „Bördetag“ verbinden die Soester nämlich in erster Linie Menschenmassen, die sich in der Innenstadt dicht an dicht drängen. 

Dass der „Bördetag 1338“ im November nichts mit dem Bördetag zu tun haben wird, wie wir ihn kennen, wird durch den mitten in der Ankündigung versteckten Hinweis: „Klar, dass die Veranstaltung Corona-bedingt natürlich etwas anders aussehen wird als sonst“, nicht deutlich genug hervorgehoben. 

In normalen Zeiten wäre es ungewöhnlich gewesen, in einer Ankündigung darauf zu verweisen, was es auf der Veranstaltung alles NICHT gibt. In diesem Fall hätte es eine Menge Verwirrung und Ärger erspart.

"Bördetag 1338" - was denken Sie?

Werden Sie den „Soester Bördetag 1338“ besuchen und den verkaufsoffenen Sonntag am 8. November nutzen? Was halten Sie grundsätzlich davon, dass es trotz steigender Corona-Zahlen, aber mit einem Schutz-Konzept, das Abstand und Masken vorsieht, eine derartige Veranstaltung in Soest gibt? 

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