165 Einbrüche: Diebesgut wurde zurückgegeben

Unter den Beutestücken waren auch zahlreiche Schmuckstücke. - Foto: Polizei

SOEST -  Die Chancen, nach einem Einbruch die gestohlene Lieblingsuhr oder die edle Perlenkette je wiederzusehen, ist äußerst gering. Umso erstaunlicher: Nahezu die komplette Beute der verhafteten Serientäter, die in Soest und den Nachbarorten in 165 Häuser gestiegen sind, konnte zurückgegeben werden.

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- Polizei kann Einbrecher-Trio 165 Taten nachweisen

„Eine wahre Fleißarbeit war das“, sagt Manfred Radecke von der Polizei in Dortmund. Hier sitzt die Ermittlungsgruppe „Sauerland“, die zwei Männer (23 und 28 Jahre) und deren Kumpanin (30) überführt hat. Das Dortmunder Trio hatte den Großteil seiner Einbrüche im Raum Soest verübt. Vom erbeuteten Bargeld hatten die Serientäter in den vergangenen Monaten „gelebt“. Uhren, Schmuck, Autos, Edelklamotten und Kerzenleuchter hatten sie erst einmal gehortet – für schlechtere Tage. Vielleicht wollten sie das eines Tages in ihr Heimatland nach Rumänien schaffen, sagen die Ermittler.

Mehr als 800 Beutestücke stellte die Kripo sicher und halste sich damit einen Haufen Arbeit auf. Teil für Teil wurde erfasst, fotografiert, in Computerlisten eingepflegt. Parallel dazu schnappten sich die Kripoleute die Beutelisten des vergangenen Jahres aus den Einbrüchen sämtlicher Polizeidienststellen rings um Dortmund – und wurden besonders bei denen aus dem Kreis Soest fündig.

Anstatt nun all die Geschädigten nach Dortmund einzuladen, wo sie ihr gestohlenes Hab und Gut hätten in Augenschein nehmen können, schrieb die Polizei alle Betroffenen an und verwies sie ins Internet. Auf einer Extra-Seite hatte die Polizei fein säuberlich sämtliche Fotos der mehr als 800 Beutestücke hochgeladen.

„Internet hat ja heute jeder“, sagt Radecke. Die Gesucht-Gefunden-Aktion lief prima, die Asservatenkammer ist so gut wie geräumt.

Abgeschlossen ist der Fall aber noch nicht – trotz umfassender Geständnisse. Die Täter waren zwar fleißig und sind mehrfach die Woche zu ihren Einbruchtouren losgezogen, doch sie haben nicht Buch geführt. „An manchen Tatort konnten sie sich auch noch vage erinnern“, so die Kripo. „Wir haben die Untersuchungshäftlinge deshalb ins Auto gepackt und sind mit ihnen die Adressen abgefahren.“ „Ausführen“ heißt das im Polizeijargon.

Die Beamten sind sicher: Wäre die Bande, die vielleicht sogar noch mit Dritten kooperiert hat, nicht von „Kommissar Zufall“ geschnappt worden, wäre sie heute noch aktiv. Auf eine an einem Tatort zurückgelassene Kabeltrommel waren die Beamten den Tätern auf die Schliche gekommen. Von der Kabeltrommel hatten sich die Polizisten die Seriennummer notiert, als sie vor Monaten schon einmal die drei durchleuchtet hatten.

Doch damals musste man das Trio mangels Beweisen noch laufen lassen. - hs

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