Veranstaltungs-Verbot

"Bördetag 1338" abgesagt! So äußern sich die Verantwortlichen

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Der Bördetag 1338 war in der vergangenen Woche angekündigt worden und ist bereits Geschichte, bevor er angefangen hat.

Die steigenden Corona-Zahlen ließen es erahnen, jetzt macht es ein bundesweiter Entschluss offiziell: Der Bördetag 1338 wird nicht stattfinden! Auch der Weihnachtsmarkt wurde abgesagt.

Soest – Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hagelte es schon zur Ankündigung des Bördetags 1338 massive Kritik. Am Mittwochabend gab die Wirtschaft und Marketing Soest GmbH (WMS) dann bekannt, dass die Veranstaltung nicht stattfinden wird. Gleichzeitig mit dem Bördetag sagte die WMS auch den Soester Weihnachtsmarkt ab.

Sprecherin Birgit Moessing erklärte, dass die WMS und die Stadt Soest „basierend auf den aktuellen Beschlüssen des Bundes und der Länder vom 28. Oktober derzeit leider keine Möglichkeiten mehr für die Durchführung der Veranstaltungen ‘Bördetag 1338’ sowie des Soester Weihnachtsmarktes im November“ sehen würden.

„Trotz umfänglicher gewissenhafter Planungen im Hinblick auf strenge Hygiene- und Infektionsschutz-Maßnahmen, Nachverfolgbarkeit und Zugangskontrollen, die immer wieder angepasst wurden, lassen die Entwicklungen den Veranstaltern leider keinen Spielraum mehr. Daher müssen beide Veranstaltungen – inklusive des verkaufsoffenen Sonntags – nun doch abgesagt werden“, so Moessing weiter.

WMS-Chef: "Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen"

Peter Wapelhorst, Geschäftsführer der Soester Wirtschaftsförderung erklärte: „Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Insbesondere der Weihnachtsmarkt ist in der Adventszeit ein optisches und emotionales Highlight, das man in diesen Zeiten – insbesondere für die Soester Bürger – gern, wenn auch in eingeschränkter Form, noch möglich gemacht hätte.“

Im Hinblick auf die derzeit von der Corona-Krise besonders betroffenen Branchen wiege daher die Absage ausgesprochen schwer. „Uns ist die Bedeutung von verkaufsoffenen Sonntagen, von Märkten und besonders des Weihnachtsmarktes für die Schausteller und deren Familien sehr bewusst“, so Wapelhorst. „Die wirtschaftliche Bedeutung ist erheblich, inzwischen sogar vielfach existenziell, nicht nur für die Schausteller und Marktkaufleute, sondern auch für Hotels, Gastronomie und Einzelhandel hier in Soest. Diesen Betrieben und ihren Beschäftigten hätten wir gerne eine Perspektive geboten. Auch und gerade aus diesem Grund tut uns diese Entscheidung sehr weh.“

Bürgermeister: "Die Gesundheit hat Priorität"

Auch Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer äußerte sich: „Die nun geltenden, noch umfänglicheren Einschränkungen für Veranstaltungen und persönliche Begegnungen – aufgrund der aktuellen und noch zu erwartenden weiter steigenden Zahlen – machen die Absagen zum Schutz der Bevölkerung notwendig. Ich kann alle Betroffenen nur zu gut verstehen, die durch die Einnahme-Ausfälle abgesagter Veranstaltungen in den letzten Monaten große Hoffnungen auf das Jahresende und die Weihnachtsmärkte gesetzt hatten und nun eine weitere Absage verkraften müssen. Aber hier hat die Gesundheit Priorität.“

Ankündigung des "Bördetags 1338" sorgte für massive Kritik

Vor allem die Absage des „Bördetag 1338“ war bereits im Vorfeld zu erwarten gewesen. Bereits mit der Ankündigung vor einer Woche sah sich die WMS einer breiten Front der Kritik ausgesetzt.

Die Kritiker warfen der Wirtschaftsförderung unverantwortliches Handeln in Bezug auf die steigenden Corona-Zahlen vor. Die WMS entgegnete, dass es kein normaler Bördetag mit unzähligen Besuchern hätte werden sollen: „Es soll lediglich eine Möglichkeit für die Menschen sein, am Wochenende für einen Spaziergang oder einen Einkaufsbummel vor die Tür zu kommen. Manche Leute sind einfach untershoppt und unterveranstaltet“, hieß es in der vergangenen Woche.

Doch genau solche Spaziergänge oder Einkaufsbummel soll es in den nächsten Wochen nicht geben. Durch den Beschluss von Bund und Ländern soll „eine erhebliche Reduzierung der Kontakte in der Bevölkerung“ das Infektionsgeschehen aufhalten und „die Zahl der Neuinfektionen wieder in die nachverfolgbare Größenordnung von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche senken.“ Weiter hieß es: „Die Lage ist wieder sehr ernst. Vor uns liegen vier schwierige Wintermonate. Aber Bund und Länder sehen mit Zuversicht in die Zukunft. Die Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung und die einfachere Infektionskontrolle im Sommer geben uns die Hoffnung, dass Deutschland, wenn es gut durch diesen Winter kommt, im nächsten Jahr schrittweise die Pandemie überwinden und sich auch wirtschaftlich erholen kann“, hieß es in dem Papier des Bundes zu den Beschlüssen.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Kreis Soest finden Sie in unserem News-Ticker.

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