Erstaunen über Baupläne

Wird das alte Soester Finanzbauamt zum Würfel? 

So soll das alte Finanzbauamt künftig aussehen. - Skizze: Architekturbüro

SOEST - Die Pläne für das alte Finanzbauamt sind endlich da und sorgen doch für einiges Erstaunen. Wird die Altstadtsatzung bei der modernen Architektur eingehalten?

Der Bereich ist sensibel, die Soester Altstadtsatzung nicht minder. In der nächsten Sitzung des Bauausschusses geht es einmal mehr um die Frage, wieviel moderne Architektur das Soester Stadtbild verträgt. Vis-á-vis der Wiesenkirche soll am alten Finanzbauamt das komplette Dach „abgeräumt“ und durch zwei Vollgeschosse samt Flachdach und Metall-Deko ersetzt werden. Eine muntere Diskussion ist programmiert.

Schon in der Vorlage für die Sitzung am 7. Februar, 17 Uhr im Rathaus II, spricht die Bauverwaltung von einem „nicht unerheblichen Eingriff in die erhaltenswerte Bausubstanz“. Ohne das Denkmalamt in Münster gehe hier gar nichts.

Streng genommen ist das alte, in den 20er-Jahren errichtete Finanzbauamt, das seit geraumer Zeit leer steht, kein Denkmal. Doch in der Altstadtsatzung ist das Objekt als „erhaltenswerte Bausubstanz“ gelistet. Nun hat ein privater Investor das Gebäude erworben. Er plant, das Erdgeschoss und möglicherweise auch das erste Obergeschoss zu Wohnungen, Büros, Praxen und für sonstige gewerbliche Nutzung umzubauen. In den beiden Dachetagen, die ohne Schrägen oder Walmdach auskommen, sollen exklusive Wohnungen platziert werden, womit das Eckhaus an der Wiesenstraße zum viergeschossigen Gebäude mit Flachdach „aufsteigen“ würde.

Die vorhandene Putzfassade an den unteren beiden Geschossen soll durch Natursteine verblendet werden. Die beiden Top-Geschosse erhalten eine Stahl-Glas-Konstruktion; das oberste Stockwerk wird mit einem Band aus Metallgewebe umspannt. „Die Aufstockung“, so liest es sich im Entwurf, „lässt einen zeitlosen Kubus entstehen, der in der Höhenentwicklung die benachbarte Bebauung nicht überfordert, gegenüber der Wiesenkirche selbstverständlich klein bleibt, aber dennoch geeignet ist, den öffentlichen Raum zu fassen.“

Die Planer sind überzeugt, das „heute eher einfach und belanglos wirkende Gebäude erhält eine ästhetische Aufwertung“ und setze neben der Wiesenkirche „einen Akzent, der inspiriert und zu Diskussionen anregt“. - hs

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