Wer in Soest Azubi werden will, hat schon fast die Qual der Wahl

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Symbolbild

Soest  - Es bleibt komfortabel für Schulabgänger aus Soest und der Region, wenn sie nach einer Lehrstelle suchen. Auch in diesem Jahr liegt die Zahl der freien Ausbildungsstellen deutlich über der Bewerberzahl. Und selbst Kandidaten mit schlechteren Schulnoten müssen die Flinte nicht gleich ins Korn werfen.

Das sagen der Chef der Soester Arbeitsagentur, Oliver Schmale, und der Teamleiter für Berufsberatung, Detlef Möller. Die beiden haben jetzt Zwischenbilanz gezogen, denn es ist gerade Halbzeit im Beratungsjahr.

Die ersten Verträge für das im Herbst beginnende neue Ausbildungsjahr sind freilich schon gemacht. Doch noch nicht mal die Hälfte der Ausbildungsstellen ist vergeben; quer durch alle Branchen geht noch eine Menge in nahezu allen Branchen für die Schulabgänger.

„Alles in allem ist das eine Tendenz, die uns keine Sorgen macht“, sagt Schmale. Der Überhang an Stellen komme zweifellos den Suchenden zugute, nachdem jahrzehntelang die Mädchen und Jungen mit guten Leistungen und sonstigen Qualitäten ihre Lehrherrn überzeugen mussten, der oder die Richtige zu sein. Erst 2014 kippte der Trend.

Zwar ist dieses Jahr trotz geburtenschwacher Jahrgänge die Zahl der angehenden Azubis um 100 auf nunmehr 1308 geklettert; und die Zahl der Lehrstellen ist im vergleich zum Vorjahr um rund 100 auf 1761 geschmolzen. Doch die Differenz von rund 450 zwischen Angebot und Nachfrage hilft den Schulabgängern. „Die Vielfalt der Ausbildungsberufe und -möglichkeiten ist sehr groß, und oft sind Jugendlichen nur wenige Berufsbilder bekannt“, sagt Schmale. Deshalb sollten sie das Angebot der 15 Berufsberater nutzen, sich umfassend informieren zu lassen.

Wenn man einen Blick auf die Top 10 der Wünsche werfe, stelle man fest, seit Jahren würden immer dieselben Favoriten begehrt: Vorneweg die Kaufleute und Verkäufer, auf den Plätzen die medizinischen Angestellten gerade bei den Mädchen und die Kfz-Mechatroniker vor allem bei den Jungen.

Noch verzichten Ausbildungsbetriebe darauf, Prämien für Kandidaten auszuloben. Im Sauerland legen Firmen schon mal einen Mofa-Führerschein oder ein Cabrio-Wochenende obendrauf, um Nachwuchs zu rekrutieren. Aber auch in Soest wandeln sich die Zeiten. Schmale: „Wir stellen eine größere Bereitschaft der Firmen fest, sich auch mit schwächeren Kandidaten auseinanderzusetzen.“

Wer also unterdurchschnittliche Noten hat, aber ein gutes Engagement und prima soziale Eigenschaften, solle sich den Firmen als Praktikant anbieten. Erst diese Woche haben Unternehmen bei der Aktionswoche Ausbildung von sich aus signalisiert, junge Leute gern einmal für ein paar Tage kennenzulernen und zu testen. - hs

Die Berufsberater sind unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 4555500 zu erreichen.

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