1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Soest

Sorge um das Altstadt-Flair: Sandfarbe hat nicht nur Freunde

Erstellt:

Von: Kathrin Bastert

Kommentare

Umgestaltetes Grandwegertor
Das Grandweger- (Foto) und das Ulrichertor haben bereits sandfarbenen Asphalt. Nicht jedem gefällt’s. © Peter Dahm

Grandweger- und Ulrichertor haben bereits eine helle Decke, Marktstraße und bald auch Potsdamer Platz und Puppenstraße sollen folgen. Aber nicht jeder kann sich mit der Farbe anfreunden.

Soest – Soest ist nun wirklich nicht auf Sand gebaut. Der Lössboden der Börde ist vielmehr von bekanntlich bester Qualität. Farblich allerdings hat Sand Konjunktur in Soest. Die Asphaltdecken an den beiden bereits neu gestalteten Stadttoren, Grandweger- und Ulrichertor, sind bereits optisch aufgehellt. Als nächstes soll die Marktstraße folgen, ein Baubeschluss ist gerade gefasst. Perspektivisch werden auch die Puppenstraße und der Potsdamer Platz ins Gelbe übergehen. Bisher scheint dieser Plan festzustehen. Inzwischen werden Zweifel laut. Günter Kükenshöner wählte seine kritischen Worte hörbar mit Bedacht, als er jüngst im Stadtentwicklungsausschuss auf das Thema zu sprechen kam. Der oberste Heimatpfleger der Stadt hat so seine Schwierigkeiten mit dem Austausch des historischen Straßenbelags, das ist bekannt und kaum verwunderlich. Schon vor vielen Jahren sei er von obersten Denkmalschützern gebeten worden, „wie ein Löwe für das Kopfsteinpflaster zu kämpfen“, das wollte Kükenshöner nicht unerwähnt lassen.

Der Kampf dürfte aussichtslos sein, denn die alten Steine vertragen sich nun mal nicht mit den Anforderungen an eine barrierefreie Innenstadt. Zumindest aber über den passenden Ersatz möchte der Vorsitzende des Vereins für Geschichte und Heimatpflege noch einmal reden. Denn klar ist: Eine helle Farbe wie am Grandweger- und am Ulrichertor ist in Soest nicht typisch. Und sie sieht, da sprang dem Denkmalschützer der Grüne Werner Liedmann bei, „auch schon nach kurzer Zeit nicht mehr schön aus.“ Es sind Verfärbungen zu sehen, Gebrauchsspuren. „Vielleicht“, so Liedmann, „sollte man die Farbwahl nach den ersten Erfahrungen in Ruhe noch einmal sacken lassen.“

Wahl der Asphaltfarbe: Verfärbung war zu erwarten

Dass der helle Asphalt sich verändern würde, eine Art „Patina“ bilden würde, das sei vorher bekannt und auch kommuniziert gewesen, sagte Stadtbaurat Matthias Abel. Sicher sei man bereit, zu hinterfragen, ob das Ockergelb die richtige Wahl sei, „ein schwarzes Asphaltband wollen wir aber alle nicht.“ Straßen-Abteilungsleiter Dirk Mackenroth gab zu bedenken, dass eine Verfärbung nicht nur beim Gelb zu erwarten wäre, sondern „bei jeder hellen Farbe.“

Günter Kükenshöners Vorschlag, den Gestaltungsbeirat mit den Innenstadtplänen zu befassen, dürfte im Sande verlaufen. Die Oberflächengestaltung ist in der Satzung für die Soester Altstadt nicht erwähnt. „Wenige Projekte beeinflussen die Stadtgestaltung so sehr wie jetzt die Markt- und später die Puppenstraße und der Potsdamer Platz“, appellierte er. Die Nichterwähnung der Oberflächen sollte nicht darauf schließen lassen, hier sei jede Farbe möglich. Für die Marktstraße hat der Stadtentwicklungsausschuss den Baubeschluss gefasst, kleinere Änderungen mussten die Politiker noch absegnen. Damit kann das Projekt in die Ausschreibung gehen. Bis am Ende die Farbe auf die Straße kommt, dürfte noch einige Zeit vergehen. Genug, um noch einmal drüber nachzudenken, allemal.

Auch interessant

Kommentare