Rastplatz

Großkontrolle an der A44 bei Soest: Fahrer muss 30.000 Euro zahlen - Polizei: "Ein gefährliches Streben nach Profit"

Kontrolle der Polizei auf der A44 bei Soest
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Die Polizei kontrollierte auf dem Rastplatz Soester Börde zahlreiche Lkw.

Verschiedene Behörden machten den Rastplatz "Soester Börde" am Dienstag zu dem Schauplatz einer Großkontrolle. Bei einem Großteil der kontrollierten Lkw entdeckten die Ermittler erhebliche Mängel.

Soest - Die Autobahnpolizei Dortmund, die Bezirksregierung Arnsberg, das Bundesamt für Güterverkehr und das Gesundheits- und Veterinäramt legten am Dienstag ihr Augenmerk auf den Fernverkehr, der auf der A44 Richtung Kassel rollte. Dafür wurde der Rastplatz "Soester Börde" zum Schauplatz einer Großkontrolle.

Innerhalb von sieben Stunden überprüften die Einsatzkräfte 101 Fahrzeuge und ahndeten dabei ganze 83 Verstöße! "Tief in die Tasche greifen musste der Fahrer eines in Slowenien zugelassenen 40-Tonners bzw. dessen Arbeitgeber", erklärte Polizeisprecher Peter Bandermann.

Diesem in Slowenien zugelassenen Lkw untersagte die Polizei die Weiterfahrt.

Demnach hatten Spezialisten der Autobahnpolizei entdeckt, dass das digitale Kontrollgerät des Lkw, dass die Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers aufzeichnen soll, technisch manipuliert worden war. 

"Manipulationen verschleiern die tatsächlichen Zeiten und damit Verstöße gegen die gesetzlichen Vorschriften im Güterverkehr. Ein gefährliches Streben nach Profit - denn Übermüdung ist eine Ursache für folgenschwere Unfälle. Außerdem kann die Manipulation der Kontrollgeräte Einfluss auf die Funktion von Assistenzsystemen in der Bordelektronik nehmen", so Peter Bandermann.

Großkontrolle auf der A44: 30.000 Euro Sicherheitsleistung!

Der Fahrer wurde mit einer riesigen Summe zur Kasse gebeten: Er musste eine Sicherheitsleistung von 30.000 Euro hinterlassen! Die Polizei untersagte zudem die Weiterfahrt. Damit dürfte der Gewinn des Spediteurs an dieser Tour durch Deutschland deutlich sinken. 

"Sicherheitsleistungen in dieser Höhe sind für die Prüfgruppe der Autobahnpolizei durchaus üblich", schilderte Bandermann. Weiterfahren dürfen die Lkw erst, wenn die Fahrer oder Spediteure zahlen. Häufig stehen die Laster tagelang still, bis das Geld überweisen wurde.

Bei den anderen Kontrollen ging es unter anderem um Fahren ohne Fahrerlaubnis, Fahren unter dem Einfluss von Drogen, zu hohem Tempo, mangelhafter Ladungssicherung und Verstößen gegen Sozialvorschriften.

Lesen Sie auch: In unserer großen Serie über die A44 spricht auch der Autobahnpolizist Albert Herbst. Sein Arbeitsplatz erstreckt sich von Geseke bis Werl-Süd. An Unfall-Gaffer hat er eine klare Botschaft.

Auch die beiden Feuerwehrleute Karsten Korte und Jürgen Wirth berichten von ihrem Einsatzalltag auf der A44 und von Tragödien und Sauerkraut-Geschenken.

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