Sensibles Umfeld: Neuer Krankenhaus-Flügel in Soester Altstadt gefällt Kritikern

Ein Zwischentrakt aus Glas („Fuge“) könnte künftig den Altbau des Marienkrankenhauses (rechts) mit dem viergeschossigen Neubau (links) verbinden. Dieser Blick böte sich aus dem Park des Krankenhauses. Ein Jahr haben der Architekt Sven Kastien und der Soester Gestaltungsbeirat um einen möglichst soliden und für die Altstadt verträglichen Entwurf gerungen. Jetzt sind beide höchst zufrieden.

Soest - Ende gut, alles gut. Mehr als ein Jahr hat das Marienkrankenhaus mit dem Soester Gestaltungsbeirat um Form und Äußeres seines großen Erweiterungs-Trakts Richtung Hohnekirche hart gerungen. „Gut gemacht!“, lautet jetzt das Urteil der Bau-Experten.

Zu Beginn des Dialogs hatten die noch von einer „städtebaulichen Krake“ gesprochen. Weil das Krankenhaus in der Altstadt aus allen Nähten platzt, muss der viergeschossige Anbau parallel zur Lentzestraße her, der sich gleichsam im rechten Winkel an den Altbau-Riegel anschließt. 

Heute steht an der Lentzestraße ein Flachbau mit der Caféteria der Klinik; dieses Gebäude würde für den Neubau abgerissen. 

Der große Durchbruch hin zur einvernehmlichen Lösung kam zustande, als die Planer des Marienkrankenhaus eines der ursprünglich fünf vorgesehen Geschosse abtrugen; dabei hätten sie zumindest direkt vor dem Altbau sogar sechsgeschossig in die Höhe gehen können. So jedenfalls steht es im Bebauungsplan.

 Ob überhaupt gebaut wird, ist noch offen. Nun also sind vier Etagen vorgesehen; die untere wird optisch eher hinter der Grünsandsteinmauer „verschwinden“, die oberste im Dachgeschoss mit seinen Gauben. Der Blick der Passanten dürfte künftig auf die zwei Geschosse in der Mitte gerichtet sein. Angeschlossen würde der Bau durch einen Glastrakt, der Alt und Neu verbindet. Wer von der Wallstraße aus durch den Park des Krankenhauses weiter Richtung Innenstadt (Widumgasse) möchte, bekommt gleich die Wiesenkirche durch die „transparente Fuge“ ins Blickfeld. 

Noch freilich redet das Marienkrankenhaus im Konjunktiv, wenn es um den neuen Trakt geht. Denn die Verantwortlichen stecken mitten in den Gesprächen mit dem Klinikum Stadt Soest über eine mögliche Fusion. Sollte die zustandekommen, wäre die Erweiterung unter Umständen überflüssig, sagt Christian Larisch, der Geschäftsführer des Marienkrankenhauses.

 Die Pläne für den Neubau jetzt schon aufzugeben, wäre fahrlässig, fügt er hinzu. Er bekomme zwar viele positive Rückmeldungen sowohl von Innen wie von Außen („eine tolle Entwicklung“), doch am Ende entscheiden die Gesellschafter. „Unsere Gesellschafter stehen zu den Gesprächen; jetzt ist der Stadtrat (das Klinikum ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt) am Zug und muss erklären: Wir wollen das oder wir wollen das nicht.“

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