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Segnungsgottesdienst auch für homosexuelle Paare

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Von: Heyke Köppelmann

Sie laden zum Segnungsgottesdienst ein: Silas Räker, Marlene Schnell, Annette Sauer, Annette Haumer, Vikar Michael Stiehler (vordere Reihe, von links), Tjark Pingel, Sabine Krabbe, Klaus Kramer, Markus Klüppel (hintere Reihe, von links). 
Sie laden zum Segnungsgottesdienst ein: Silas Räker, Marlene Schnell, Annette Sauer, Annette Haumer, Vikar Michael Stiehler (vordere Reihe, von links), Tjark Pingel, Sabine Krabbe, Klaus Kramer, Markus Klüppel (hintere Reihe, von links).  © Heyke Köppelmann

Die katholische Kirche in Soest bietet einen Segnungsgottesdienst an, zu dem sie ausdrücklicklich auch gleichgeschlechtlich Liebende einlädt.

Soest - Nicht nur ein Zeichen in Form der Regenbogenflagge setzen, sondern auch durch Taten Farbe bekennen: Das ist das Anliegen des Pfarrgemeinderates (PGR) von Albertus-Magnus. Die engagierten Christen betonen: „Alle Paare sollen den Segen bekommen, den Gott ihnen schenken will.“ Nur die Liebe zählt“ – unter dieses Motto stellt die Katholische Kirche Soest einen Segnungsgottesdienst mit Propst Dietmar Röttger als Zelebranten.

Angesprochen sind alle Paare, die sich unabhängig von ihrer gewählten Lebensform unter den Segen Gottes stellen möchten.

Der Pfarrgemeinderat (PGR) von Albertus-Magnus bereitet die Feier vor, eine eigens dafür gegründete Projektband übernimmt die musikalische Gestaltung.

„Damit schließen wir uns der im Frühjahr initiierten Aktion .Liebe gewinnt’ an und machen deutlich, dass nach unserer Überzeugung alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Gesinnung von Gott geliebt sind!“, sagt Annette Haumer vom PGR. „Es kann nicht sein, das wir als katholische Kirche Menschen ausschließen. Das steht uns nicht zu“, ergänzt sie.

Der Vatikan erteilte im Frühjahr ein Nein zu Segnungen homosexueller Partnerschaften. Diese Entscheidung löste eine Welle der Empörung aus, auch in Soest – unter anderem sichtbar an der Regenbogenflagge am Turm von Albertus-Magnus. Der Pfarrgemeinderat hisste in Absprache mit dem Propst das bunte Tuch als Symbol für Offenheit und Toleranz und für die Verbundenheit mit all denjenigen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Identität von der heterosexuellen Welt abweichen. Das Thema sei intensiv diskutiert worden, sagt Annette Sauer. Eindeutig fiel dann die Stellungnahme aus: „Gott liebt und segnet alle Menschen. Wenn Menschen ihre Partnerschaft unter Gottes Schutz stellen wollen, kann die Kirche den Segen nicht verwehren.“

Am Mittwochabend (22. September)besprachen Mitglieder des Pfarrgemeinderates weitere Details zum Ablauf des Gottesdienstes. Auch Vikar Michael Stiehler nahm teil. „Jeder von uns soll und darf Segen sein“, erklärt er. Menschen können einander segnen – „ein Selbstverständnis, das wir hervorheben“, so der Geistliche. Die Katholiken im Soester Norden schlossen sich, wie Markus Klüppel erläutert, bewusst nicht dem bundesweiten großen Aktionstag als Reaktion auf die Absage der Glaubenskongregation an. Wenn Paare sich segnen lassen wollen, ziehen sie seiner Meinung nach einen kleineren, familiären Rahmen vor.

Der Pfarrgemeinderat weiß, dass er mit seiner Einladung polarisiert, wichtig ist ihm, diesen Einsatz nicht zu politisieren. Die Begrüßungsorte für die Besucher lauten: „Seien Sie heute so dabei, wie es Ihnen entspricht. Sie müssen keine Erwartungen erfüllen, nichts Besonderes tun oder empfinden.“

Termin

25. September, 18.30 Uhr, im Garten von Albertus-Magnus

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