Unterricht ist wieder erlaubt, aber noch nicht möglich

Soester Schwimmschüler müssen sich noch gedulden

Lang ist es her, dass Grundschüler wie hier an der Wieseschule vor zwei Jahren, das Seepferdchen machen konnten.
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Lang ist es her, dass Grundschüler wie hier an der Wieseschule vor zwei Jahren, das Seepferdchen machen konnten.

Endlich haben Bund und Länder Schwimmunterricht wieder erlaubt, das heißt aber noch lange nicht, dass sich die ersten Kinder in Soest schon wieder auf lehrreiche Stunden im Wasser freuen können.

Soest – Seit Monaten haben alle, die in den heimischen Bäder das Schwimmen lernen wollten, auf dem Trockenen gesessen. Weil alle Einrichtungen im Zuge der Coronapandemie schließen mussten, fiel logischerweise auch der Schwimmunterricht aus. Der wurde im Zuge der neuesten Verordnungen jetzt zwar wieder zugelassen, aber es wird noch eine ganze Weile dauern, bis aus der theoretischen Möglichkeit wieder praktische Schwimmstunden werden können.

Timo Schirmer, Geschäftsführer des Aquafun, hatte schon vor einigen Wochen in einem Anzeiger-Interview darauf hingewiesen, dass besonders viele Kinder Leidtragende des monatelangen Unterrichtsausfalls im nassen Element sind. Ein ganzer Jahrgang von Grundschülern hat kein Schwimmen gelernt, warnte er. Und so ganz schnell wird sich das auch nicht ändern.

Für die neuerdings erlaubten Gruppen von bis zu fünf Schwimmschülern das komplette Bad wieder zu öffnen, sei nicht möglich, erklärt Aquafun-Pressesprecherin Katrin Stewen. Der damit verbundene Aufwand sei einfach zu groß. Daher habe man sich dazu entschlossen, den Schwimmunterricht erst wieder anzubieten, wenn das gesamte Bad wieder öffnen dürfe – dann aber mit einem besonderem Augenmerk auf diesen Bereich.

„Wir planen bereits seit einiger eine Allianz mit verschiedenen Akteuren“, so Stewen. Mitglieder diese Allianz mit dem Titel „Soest lernt Schwimmen“ sollen neben dem Aquafun und der Stadt auch die Bürgerstiftung Hellweg sowie Vereine wie die DLRG und die Soester Wasserfreunde sein – alle mit eigenen Erfahrungen darin, Schülern von Soester Schulen Schwimmunterricht zu ermöglichen. Gemeinsam soll ein Konzept entwickelt werden, um noch mehr Schülern als vor der Pandemie das sichere Schwimmen beizubringen.

Verwaist waren in den vergangenen Monaten auch die Lehrschwimmbecken im Stadtgebiet, sowohl an der Sekundarschule als auch an der Johannes-Grundschule. Brigitte Sliwa, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, erklärte dazu auf Anfrage, dass es eine Absprache mit den Schulleitern gebe, die Bäder vorerst, also zumindest in den beiden Ferienwochen, nicht wieder zu öffnen. Neben dem nötigen technischen Vorlauf liegt das vor allem auch hier am organisatorischen Aufwand. „Einen sicheren Transport der Schüler aus anderen Schulen unter Berücksichtigung der Hygienevorgaben kann niemand garantieren“, so Sliwa. Hinzu kämen andere Hindernisse wie beschränkte Kapazitäten in den Umkleideräumen.

Eine Ausnahme macht lediglich das Lehrschwimmbecken an der Wieseschule im Soester Norden. Das kleine Bad ist in Betrieb, wird allerdings ausschließlich von älteren Schülern genutzt, die sich am Convos auf ihr Sport-Abitur vorbereiten.

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