Corona-Maßnahme

Zwei zusätzliche Ferientage stellen Eltern vor Probleme: Lehrer kommen zum Spielen in die Schule

Schüler bis zur sechsten Klasse können während der zwei Tage vor den Weihnachtsferien in der Schule betreut werden.
+
Schüler bis zur sechsten Klasse können während der zwei Tage vor den Weihnachtsferien in der Schule betreut werden.

Soest – Die beiden vom Ministerium beschlossenen zusätzliche schulfreie Tage vor den Weihnachtsferien stürzen viele Eltern und Erzieher in Schwierigkeiten. Sie wissen nicht, wohin mit ihren jungen Kindern, die ja zu normalen Zeiten planmäßig stundenweise untergebracht sind. Also müssen die Schulen für die Kinder bis zur sechsten Klasse eine Betreuung organisieren.

Da sind die Lehrer gefragt; sie sind ohnehin dienstverpflichtet. Während der beiden vorweihnachtlichen Tage sollen sie zwar nicht lehren, aber die anwesenden Schüler irgendwie beschäftigen. Unterricht zu machen wäre falsch, weil der erstens von der Landesregierung verboten und zweitens gegenüber jenen Schülern ungerecht ist, die zuhause bleiben.

Wer zuhause bleibt und wer in die Schule kommt, das wollen die Soester Grundschulen mit einem Anschreiben feststellen, das in diesen Tagen versendet wird. Darauf haben sich die Rektoren in einer Video-Konferenz geeinigt. Die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind schicken oder nicht. An der Amper Hellweg-Grundschule blieben auf jeden Fall die Betreuungsgruppen bis halb zwei und die OGS bestehen, die auch Mittagessen anbiete, sagt Leiterin Karin Schad. Die anderen Grundschulen halten es ähnlich.

Betreut werden müssen auch die beiden ersten Jahrgänge der Gymnasien. „Wir müssen erst mal sehen, wer überhaupt kommt“, sagt Andreas Heihoff, Leiter des Conrad-von-Soest-Gymnasiums. Er sei beruhigt, das ihm die Kollegen signalisiert haben, sie stehen für Betreuungen bereit. „Ich weiß, dass es funktioniert und wie es funktioniert, dass werden wir sehen, wenn es in drei Wochen soweit ist.“ Flexibilität sei das Gebot der Stunde. Außerdem könne man heute auf Erfahrungswerte vo Frühjahr und Sommer zurückgreifen.

Aus der Christian-Rohlfs-Realschule heißt es, es könne kommen, wer wolle. Die Schule sei jaj offen. Von Anmeldungen war nicht die Rede.

Die Fünft- und Sechsklässler der Hannah-Arendt-Gesamtschule dagegen, die während der beiden unterrichtsfreien Tage in die Schule gehen sollen, müssen angemeldet werden, sagt Schulleiterin Kerstin Haferkemper. Für beide Tage waren Klausuren geplant, die jetzt verschoben werden mussten. Sehr mühselig sei das gewesen.

Die Schulleiterin rechnet damit, dass sich in ihrer Schule an beiden Tagen deutlich weniger Schüler tummeln als in den Grundschulen. In der Gesamtschule sind nur zwei Jahrgänge angesprochen, in den Grundschulen aber jeweils vier. „Trotzdem machen wir keine jahrgangsgemischten Gruppen. Damit würden wir alle früheren Bemühungen, bei denen die Kinder immer streng getrennt waren, wieder zunichte machen“, sagt Haferkemper.

Gemischte Gruppen sind auch für Nicole Henning, Leiterin der Bodelschwingh-Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, kein Thema. „Auch wenn nur zwei Kinder aus einer Klasse kommen, bleiben die unter sich“, sagt sie. Sie will gesundheitliche Bemühungen nicht gefährden.

Henning geht davon aus, dass die meisten der rund 180 Schüler kommen, weil ihr Betreuungsbedarf sehr hoch ist. Und er beschränkt sich auch nicht auf die erste bis sechste Klasse. Die Bodelschwingh-Schule können auch über 20-Jährige besuchen, die Hilfe brauchen. Der Ministeriumserlass sagt zu dem Thema nichts. Darum hat Nicole Henning eine Anfrage gestellt.

Die Elternabfrage will sie frühestens Ende der Woche starten. Je nach Ergebnis müssen auch Busunternehmen informiert werden, die Spezialfahrzeuge zur Verfügung stellen. Das gelte für ale Förderschulen, sagt Henning.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare