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Schluss mit Schrottplatz: Stadt und Eigentümer über „Hilchenbach“-Gelände einig

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Von: Bettina Boronowsky

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Ehemaliges Hilchenbach-Gelände.
Das ehemalige Hilchenbach-Gelände ist momentan noch Soests größter Schrottplatz. Das soll sich bald ändern. © Peter Dahm

Schon lange liegt das Gelände der ehemaligen Firma Hilchenbach brach. Jetzt gibt es Bewegung. Allerdings nur kleine Bewegung...

Soest – Es geht voran auf dem großen Gelände der früheren Firma Hilchenbach am Hammer Weg/Ecke Feldmühlenweg – aber sehr langsam. In der Sache sei eigentlich alles klar, Stadt und Eigentümer seien sich handelseinig geworden, sagt Olaf Steinbicker, Chef der Abteilung Bauordnung im Rathaus II. Jetzt fehle noch der Satzungsbeschluss. Um den zu fassen, müssten noch drei Verträge unterschrieben werden. Darin gehe es um technische und Erschließungsfragen. Diese seien sehr kompliziert. Die Sammelcontainer für Elektroschrott und gebrauchte Kleidung, Glas und gebrauchte Kleidung sind immerhin schon an andere Plätze versetzt worden.

„Bis vor kurzem hätte ich noch gesagt, es geht bald los“, sagt Steinbicker. „Aber unsere Planungen sind zwischendurch durch die Änderungen der KfW-Förderung weit zurückgeworfen worden.“ Vorgesehen ist, ein Fünftel der 96 Wohnungen entlang des Hammer Wegs öffentlich zu fördern. Die Wohnungen sollen in zwei drei- und vierstöckigen Blöcken untergebracht werden. Diese Blöcke, in denen zur „Lärmseite“ nur Treppenhäuser und Nebenräume untergebracht sind, sollen den südlich liegenden 24 Wohneinheiten Lärmschutz gegen den Güterzug-Verkehr bieten. Ein Lärmschutzwall, normalerweise das Mittel der Wahl, kann hier wegen des hohen Bahnkörpers und des Fußgängertunnels gegenüber von Hilchenbach nicht gebaut werden. Das hatten die Stadtplaner schon vor Jahren festgestellt.

Autos werden zum größten Teil in einer Tiefgaragen untergebracht. Zudem sind einzelne Abstellflächen im südlichen Teil des Geländes vorgesehen. Innerhalb der Blockbebauung soll es auch Kinder-Spielplätze geben. Das rund 15 000 Quadratmeter umfassende Gelände, von dem der Parkplatz der Stadt gehört, ist eines der letzten großen bebaubaren Grundstücke in Soest: ein echtes Filetstück, stadtnah und gleichzeitig verkehrsgünstig. Für Stadtplaner ist es ein Glücksfall, brauchen sie sich dort doch an keine Denkmalschutz-Auflage halten und können somit frei planen. Seit sechs Jahren rotten der ehemalige Bautreff und der dahinter liegende Lagerplatz vor sich hin. Damals war die Firma Hilchenbach in Konkurs gegangen.

Förderfähig

Die Bundesministerien für Bauen, Wirtschaft, Klimaschutz und Finanzen haben sich jetzt geeinigt. Und Förderrichtlinien für effiziente Gebäude (BEG) bestimmt: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) prüft die rund 24 000 Anträge, die bis zum Antragsstopp am 24. Januar eingegangen sind, nach den bisherigen Programmkriterien. Die förderfähigen werden genehmigt. Für die Zukunft soll die Gebäudeförderung neu ausgerichtet werden. Hierbei geht es darum eine klimapolitisch ambitionierte, ganzheitlich orientierte Förderung für neue Gebäude, wie sie auch im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, aufzusetzen.  Quelle: Bundesfinanzministerium

Lesen Sie hier auch den Kommentar von Bettina Boronowsky zur Hilchenbach-Brache: „Seit sechs Jahren eine Zumutung“.

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