Schläge und Diebstahl 2013

Zwischenfall auf der Kirmes: Urteil nach fast sechs Jahren

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Soest - Dass Vorfälle von der Allerheiligenkirmes immer wieder als Strafprozess enden, ist nicht ungewöhnlich. Dass jetzt aber über eine Tat aus dem Jahr 2013 in Soest verhandelt wurde, sehr wohl. Schuld daran hatte allerdings nicht das Gericht.

Der Angeklagte, ein 27-jähriger Mann aus Marokko, war in der Zwischenzeit nämlich nicht auffindbar. Er soll am besagten Kirmesfreitag gegen Mitternacht die Jacke eines 31-Jährigen aus Ense gestohlen – und diesen ebenso wie einen Security-Mitarbeiter anschließend vor der „Primo Bar“ geschlagen haben. 

Räuberischer Diebstahl und vorsätzliche körperliche Misshandlung lautete daher die Anklage des Staatsanwaltes. Über den Arabisch-Dolmetscher ließ der Marokkaner, der zur Tatzeit in der Asylunterkunft in Welver lebte, erklären: „Ich war betrunken und habe das nicht bewusst gemacht.“ 

Anzeigen, Zelle, Platzverweise

Er sagte, dass er innerhalb von zwei Stunden eine Flasche Wodka sowie vier Gläser Bier getrunken habe. Es habe sich später außerdem um eine Verwechselung der Jacken gehandelt: „Ich habe wohl einfach die Falsche angezogen.“ Der Polizei sagte der 27-Jährige damals aber, er habe wegen des kalten Wetters zwei Jacken dabei gehabt. 

Am Flughafen festgenommen

Zur Hauptverhandlung 2014 war er nicht erschienen, woraufhin ein Haftbefehl erlassen worden war. Jetzt konnte er im April am Flughafen in Hannover festgenommen werden. Davor sei er in Italien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden gewesen. 

Sein Asylantrag in Deutschland, den er 2013 gestellt hatte, wurde seinerzeit abgelehnt – im Januar 2014 die Abschiebung angeordnet. Ein Zeuge bestätigte den Ablauf des Vorfalls, ein weiterer konnte sich wegen des lange zurückliegenden Zeitpunktes nicht erinnern. 

Der Staatsanwalt forderte eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 10 Euro, der Verteidiger wollte einen Freispruch. 

Erneuter Asylantrag

Der Richter und seine Schöffinen entschieden schließlich auf eine Gesamtstrafe von 50 Tagessätzen á 5 Euro. 

Der Verurteilte wurde im Anschluss aus der JVA in Hamm entlassen, in der er sich in U-Haft befand. Er möchte nun erneut Asyl in Deutschland beantragen.

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