Und was es mit der "Amazon-Mentalität" auf sich hat..

Schlachthof-Mitarbeiter kritisieren Verhalten vieler (Soester) Gäste

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Die Mitarbeiter des Kulturhauses Alter Schlachthof üben Kritik am Verhalten mancher Gäste.

Soest - „Das war ein doofer Film, der hat mir ja gar nicht gefallen. Wie konntet Ihr denn so was zeigen? Jetzt will ich mein Geld zurück!“ Solche Ansprüche hören die Mitarbeiter im „Schlachthof“-Kino nach eigenen Angaben immer häufiger. Bei vielen herrsche eine "Amazon-Mentalität".

Wenn man die ansonsten stets höflichen Leute aus dem Kulturhaus gezielt fragt, dann packen sie aus: Diese Forderungshaltung in Soest – das sei schon auffällig, sagt „Schlachthoff“-Chef Dr. Thomas Wachtendorf. 

Auswärtige Besucher kämen zu einem Kabarettabend in den Saal, würde sich setzen und die Darbietung anschauen. Soester dagegen, so sagt es Wachtendorf, müssten jeweils mindestens einen Stuhl zum Nachbarn frei haben. Sie würden sorgfältig gestellte Stuhlreihen auseinander ziehen und die Aufsicht anpöbeln, wenn sie darauf hinweist, dass dies leider nicht gestattet sei. 

Schließlich ist den Gastgebern durch die Versammlungsstätten – und die Sonderbautenverordnung genau vorgeschrieben, was wie zu Stelle ist und wo Fluchtwege sein müssen. 

"Benehmen wie im eigenen Wohnzimmer"

„Man benimmt sich wie im eigenen Wohnzimmer“, tadelt Wachtendorf. Immer größer werde der Anteil der Besucher – vor allem der Soester – die leider nicht wüssten, wie man sich bei einer Veranstaltung zu benehmen habe. 

Diese Entwicklung sei nicht neu, schon sein Vorgänger habe sie beklagt. „Dabei sind wir kein Dienstleister, sondern eine Spielstätte. Wir machen Angebote, die man annimmt oder nicht.“

Eine "Amazon-Mentalität" bei vielen Besuchern

„Viele Leute glauben auch, wir machten die Filme“, erläutert Florian Hanrath, der lange im Kino gearbeitet hat. Die Hintergründe kultureller Produktionen interessiert viele nicht. Hinzu kommt eine Art „Amazon-Mentalität“, wie der „Schlachthof“-Chef die Haltung nennt, die Kunden dem großen Versandhaus entgegenbringen: Man bestellt etwas, probiert es aus, macht es kaputt, schickt es retour – und bekommt dennoch das Geld zurück. „Bei einem internationalen Konzert fällt das Geld nicht ins Gewicht. Aber in der Kultur und auch in der Soziokultur geht das nicht.“ 

Gäste, die ihre Karten zurückbringen, weil sie es sich „jetzt doch anders überlegt“ haben, weil sie krank geworden, den Termin verwechselt haben oder das Konzert ihnen nicht gefallen hat, haben Pech gehabt. „Es gibt keine Vorverkaufsstelle der Welt, die Karten zurücknimmt und Geld auszahlt“, sagt Wachtendorf.

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