Schlachthof-Kino jetzt Teil eins internationalen Netzwerks

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Richard Nüsken, Leiter des Kinos im Kulturhaus „Alter Schlachthof“, freut sich: Das kleine Lichtspielhaus ist jetzt zertifiert und gehört zum internationalen Netzwerk „Europa Cinemas“, dem ersten Filmtheater-Netzwerk für europäische Filme.

Soest - Das Kino im Kulturhaus „Alter Schlachthof“ ist jetzt Mitglied im Netzwerk „Europa Cinemas“ und profitiert von dessen Ideen, Aktionen und Zuschüssen. Die Mitgliedschaft wurde möglich, weil sich vier Kinos in benachbarten soziokulturellen Zentren zusammengeschlossen haben.

„Wir wollen schon lange Mitglied bei Europa Cinemas werden“, sagt Richard Nüsken, Leiter des „Schlachthof“-Kinos. Doch das kleine Lichtspielhaus mit gerade mal 90 Plätzen bringt es nur auf durchschnittlich 1000 Besucher pro Jahr.

30 000 aber sind für die Mitgliedschaft nötig. Erst durch den Zusammenschluss mit dem Kino „Endstation“ in Bochum, dem „Babylon“-Kino in Hagen und dem „Sweet Sixteen“-Kino in Dortmund wurde die erforderliche Publikumsgröße erreicht. Das Europa Cinema“, das 1992 gegründet wurde, ist das erste Filmtheater-Netzwerk, das sich auf europäische Filme konzentriert.

Ziel des Netzwerks ist die betriebstechnische und finanzielle Unterstützung von Kinos, die sich verpflichten, eine bestimmte Anzahl europäisch bedeutender Filme zu zeigen. Unter anderem dank der Hilfe des französischen Außenministeriums weitet sich der Einfluss von Europa Cinema auch auf die osteuropäischen Ländern, den Balkan, Russland und die Türkei aus. Europa Cinema ist mittlerweile in 42 Ländern und 596 Städten vertreten. Auf 2 350 Leinwänden in 977 Kinos werden europäische Filme gezeigt.

Richard Nüsken ist froh, dass durch die Zusammenschluss mit den drei anderen Kinos die Mitgliedschaft bei Europa Cinema möglich wurde. Die Partner sind in einer ähnlichen Situation wie die Soester und hätten jeder für sich den Sprung in den internationalen Verbund wahrscheinlich ebenfalls nicht geschafft.

Fast noch mehr aber als die Zugehörigkeit zum „Europa Cinemas“ freut Richard Nüsken, dass die Kooperation mit den Nachbarn so gut, das erste Filmtheaternetz klappt. „In ein und der selben Stadt wären wir vielleicht Konkurrenten, so aber sind wir Kollegen“, sagt er. Gemeinsam planen die Cineasten aus Bochum, Dortmund, Hagen und Soest. bereits ein Kinder-Kino-Festival.

Über aktuelle Veränderungen im eigenen Haus können sich die Kino-Macher ebenfalls nicht beschweren. Alle Film beginnen im „Schlachthof“-Kino seit dem 1. Januar eine halbe Stunde früher als in den Vorjahren.

„Die neuen Anfangszeiten sind sehr gut angenommen worden“, stellt Nüsken fest. Kaum jemand sei zu spät gekommen. Klagen habe es nicht gegeben. „Einige Leute sagten uns nur, sie wären mit den alten Zeiten auch gut klar gekommen.“

Gute Resonanz auf Monatsauslese

Freudig überrascht waren die Soester Kinomacher auch von der guten Resonanz auf die aktuelle Monatsauslese, die samstags um 17.30 Uhr gezeigt wird. Im Januar lief die Dokumentation „Hasret – Sehnsucht“. Regisseur Ben Hopkins berichtete über die zwei Seiten der türkischen Metropole Istanbul. Das „Schlachthof“-Kino war jedes Mal gut besetzt.

Im Februar läuft als Monatsauslese „Ich bin dann mal weg“ nach dem gleichnamigen Buch von Hape Kerkeling (6., 13., 14. und 27. Februar, jeweils um 17.30 Uhr)

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