Kirmesverbot wegen Coronavirus 

Allerheiligenkirmes und andere Volksfeste: Schausteller-Präsident kündigt Verfassungsklage an - "Todesstoß für die Branche"

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Allerheiligenkirmes in Soest.

Das Schaustellergewerbe will sich gegen die geplante Verlängerung eines Verbots für Großveranstaltungen bis Ende Oktober wehren. Nach dem Beschluss der Bundesländer gegen Volksfeste wird es auch für die Soester Allerheiligenkirmes, die am 4. November beginnen werden würde, immer enger.

Soest/NRW - Ein solches Verbot sei ein "Todesstoß" für die Branche, sagte der Präsident des Deutschen Schaustellerbunds, Albert Ritter, der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit sei eine Klage im Eilverfahren vor dem Bayerischen Verfassungsgericht wegen Ungleichbehandlung in der Vorbereitung. Ritter betonte, dass auch Klagen in anderen Regionen denkbar seien. 

Die Bundesländer wollen  wegen der Corona-Pandemie das bis Ende August geltende Verbot für Großveranstaltungen grundsätzlich bis mindestens Ende Oktober verlängern. Dies gelte für solche Veranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich seien. Das beschlossen Bund und Länder am Mittwoch in Berlin. Dass ein Volksfest wie die Soester Allerheiligenkirmes stattfindet, die nur vier Tage nach dem Datum beginnen würde, bis zu dem das Verbot mindestens gilt, wird damit immer unwahrscheinlicher.

Coronavirus im Kreis Soest: Abgespeckte Allerheiligenkirmes

Schaustellerpräsident Ritter hatte erst in der vergangenen Woche im Gespräch mit unserer Zeitung ins Spiel gebracht, über eine abgespeckte Version der Allerheiligenkirmes und anderer Feste nachzudenken und große Hoffnung in ein Gespräch am Montag dieser Woche im NRW-Wirtschaftsministerium gesetzt.

Ritter kritisierte, dass es statt einer Einzelfallprüfung ein pauschales Verbot für Veranstaltungen geben solle. Auch auf einer Kirmes könnte man eine Maskenpflicht, Abstandsregeln oder Plexiglasscheiben verwenden. Zudem unterscheide sich etwa eine Pommesbude in der Fußgängerzone nicht von einer auf einem Jahrmarkt. Der Verbandspräsident verwies zudem auf geöffnete Schwimmbäder. Die Ungleichbehandlung der Schausteller sei nicht mehr gerechtfertigt. "Wir können es nicht nachvollziehen. Alle Zeichen stehen ja auf Lockerung." Ritter forderte auch einen Rettungsschirm für die Branche, um die Folgen der Krise und des "Berufsausübungsverbots" aufzufangen. - Mit Material von dpa.

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