Sanierungsarbeiten nach Schadstoff-Funden hinter dem Zeitplan

Kasernengelände: Das ist der neue angepeilte Eröffnungstermin

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In der ehemaligen Kaserne am Hiddingser Weg sind in den vergangenen Monaten vor allem Schadstoffe entfernt worden.

Soest – Wäre es nach den ursprünglichen Planungen gegangen, dann wären die Quartiere in den Blöcken der ehemaligen Kanaal-van-Wessem-Kaserne am Hiddingser Weg schon seit einigen Monaten fertiggestellt und vorübergehendes Zuhause für Flüchtlinge. Der Jahreswechsel 2018/2019 war als Eröffnungstermin vorgesehen. Aber dann kam es zu Verzögerungen – und die haben die weiteren Planungen deutlich verkompliziert.

Als neuer Eröffnungstermin wird jetzt der Sommer 2020 angepeilt. Auskunft zum aktuellen Stand der Arbeiten gab jetzt der Technische Beigeordnete Matthias Abel im Betriebsausschuss der Zentralen Gebäudewirtschaft. Das städtische Tochterunternehmen führt die Bauarbeiten im Auftrag der Arnsberger Bezirksregierung aus, und sieht sich mit Herausforderungen eines Großprojektes konfrontiert, die für diese Dimensionen nicht ungewöhnlich sind. 

Bis zu 1500 Menschen soll die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes einmal aufnehmen – noch gehen aber nur die Handwerker ein und aus auf dem Gelände. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben: „Erst einmal müssen alle Schadstoffe entfernt sein, dann können die Handwerker da weitermachen, wo sie vorher aufgehört haben“, erklärte Abel in der Sitzung. 

Kosten in die Höhe getrieben

Die größten Probleme bereiteten bekanntlich Schadstoffe, die im Mauerwerk der Blöcke gefunden wurden und aufwändig entsorgt werden müssen. Das hat nicht nur gedauert, es hat auch die Kosten in die Höhe getrieben: Statt der anfangs genannten 23 Millionen werden inzwischen 27 Millionen genannt. Ob es noch teurer werden kann, dazu wollte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung, keine Spekulationen anstellen. 

Sehr wohl klar ist aber, dass die Handwerker ihre Arbeiten nicht fortsetzen können, bevor die Schadstoffe nicht entfernt und entsorgt worden sind. Damit sie dabei nicht unnötigen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind, wird nach Abschluss der Schadstoffentsorgung eine Raumluftmessung durchgeführt, kündigte Abel an. Geplant sei die für Anfang April. 

Bringt die dann das erhoffte Ergebnis, also dass die Luft (wieder) rein ist, würden die Handwerker ihre planmäßigen Arbeiten wieder aufnehmen – sofern sie nicht in der Zwischenzeit andere Aufträge angenommen haben. 

Angesichts einer ungebrochen starken Nachfrage in der Baubranche sind die Auftragsbücher der Betriebe nämlich voll: Kommt es bei einem Auftrag, wie in Soest, zu monatelangen Verzögerungen, hat das natürlich Auswirkungen auf Folgeaufträge bei anderen Projekten. 

„Wir führen viele Gespräche mit den Unternehmen, um sicherzustellen, dass es so zügig wie möglich weitergehen kann nach der Raumluftmessung“, versicherten sowohl Abel als auch Söbbeler. Hoffnung mache dabei, dass viele der Aufträge ein relativ großes Volumen hätten und es für Unternehmen durchaus interessant sei, sie zu bekommen.

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