Rat hat entschieden

Klinikum Stadt Soest: Politiker bringen mit knapper Mehrheit Sanierung auf den Weg

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Klinikum Stadt Soest

Bis weit in die Nacht hinein wurde am Donnerstag in der letzten Sitzung des Rates vor der Sommerpause um den richtigen Weg zur Rettung des Klinikums gestritten. Erst gegen Mitternacht fiel die Entscheidung.

Soest - Debattiert und abgestimmt wurde hinter verschlossenen Türen in geheimer Abstimmung und mit 26:22 Stimmen mit einer nicht gerade großen Mehrheit.

Zentraler Streitpunkt war die Annahme des von der Unternehmensberatung KPMG vorgelegten Restrukturierungsprogramms, das für die kommenden drei Jahre unter anderem den Abbau von 54 Stellen, eine Erhöhung des Eigenkapitals durch die Stadt in Höhe von 9 Millionen Euro und eine umfassende organisatorische Veränderung vorsieht. Darüber abgestimmt wurde schließlich geheim, mit dem Ergebnis, dass das „Grobkonzept“ der KPMG mit vier Stimmen Mehrheit angenommen wurde.

Grünes Licht gab es auch für die in den Haushaltsjahren 2020 bis 2022 bereits eingeplanten 9 Millionen Euro, die von der Stadt als Darlehen ans Klinikum gegeben werden, dort aber zur Erhöhung des Eigenkapitals verwendet werden – und damit nicht zurück fließen werden.

Ebenfalls in geheimer Abstimmung wurde die Verlängerung des Vertrages von Geschäftsführer Sven Freytag genehmigt: Sein Ende August auslaufendes Arbeitsverhältnis wurde um zwei Jahre verlängert. Eine Mehrheit im Aufsichtsrat hatte drei Jahre beschlossen. Und: Während Freytag sich federführend um die Sanierung und Strukturierung kümmern soll, wird Christian Schug für die Finanzen verantwortlich sein.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer am Morgen erleichtert. Damit sei der Weg frei für eine „weitere Finanzierung durch die Banken“, die an eine derartige Entscheidung geknüpft gewesen sei. „Es war ein zähes Ringen um den richtigen Weg“, erklärte Ruthemeyer und betonte: „Die Weichen sind nun gestellt, um das Klinikum für den Gesundheitsstandort Soest zu erhalten und einen Neustart zu ermöglichen. Die Neuausrichtung ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die jetzt konsequent umgesetzt werden muss.“

Freytag skizzierte das Vorgehen in den kommenden Wochen: „Sobald KPMG den Ablaufplan für den dreijährigen Strukturierungsprozess erstellt hat, werden wir mit den Führungskräften die Ziele erarbeiten und danach mit den Abteilungen die Strategie und die detaillierte Umsetzung angehen. Der Fokus unserer Arbeit wird sein, die Strukturen und Prozesse des Klinikums zu optimieren. Dabei ist jede konstruktive Idee der Belegschaft willkommen.“

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