Rußrindenkrankheit

Dieser Killer-Pilz in Soest kann auch Menschen gefährlich werden: Stadt greift zur Säge

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So sieht die Rußrindenkrankheit aus

Die Stadt Soest lässt am Mittwoch, 12. Februar,  mehrere Bäume fällen. Es handelt sich durchweg um Ahorne. Die Bäume sind von der Rußrindenkrankheit befallen, einem Pilz, der sich auf alle Arten von Ahornen spezialisiert hat und auch für Menschen sehr gefährlich werden kann. 

Soest - Betroffen sind Bäume am Bahnhofsvorplatz, Plangeplatz und am Archi-Gymnasium. Die Krankheit wird durch einen Pilz hervorgerufen und wird durch Blattverlust, Trockenheit in der Krone und sogenannte Kambium-Nekrosen sichtbar.

Forst-Fachleuten ist die Rußrindenkrankheit, die sich erst seit einigen Jahren in Deutschland ausbreitet, ein echter Graus. Für die befallenen Bäume gibt es keine Rettung. Es wird vermutet, dass die Dürre der vergangenen Jahre die Ausbreitung des gefährlichen Pilzes noch stark begünstigt hat. 

Im Gegensatz zu vielen anderen Baumschädlingen kann der Pilz, der die Rußrindenkrankheit verursacht, auch Menschen gefährlich werden - und das nicht nur durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume. Laut Wikipedia kann "das Einatmen der Pilzsporen beim Menschen eine Entzündung der Lungenbläschen hervorrufen. Symptome reichen von Reizhusten und Fieber, über Schüttelfrost bis hin zu Atemnot."

Schwere Atemwegserkrankungen

Aus den USA, wo sich die Rußrindenkrankheit schon länger ausbreitet, sind Fälle von schweren Atemwegserkrankungen bei Arbeitern in der Papierindustrie bekannt, ist auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) zu lesen. Der Toxikologe Prof. Dr. med. Siegmar Berndt führt dort aus, dass Arbeiter, die Ahornstämme schälten und zersägten, an bestimmten Arten von  Lungenentzündungen mit ausgeprägter Atemnot, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust erkrankt waren.

Für einen sonst gesunden Waldspaziergänger oder Pilzsammler bestehe aber  keine Gesundheitsgefährdung, erklärt der Experte. Für Menschen, die ohnehin bereits mit Atemwegserkrankungen zu kämpfen haben, besteht aber die Gefahr weiterer gesundheitlicher Folgen. Der Landkreis Würzburg hatte Spaziergängern deswegen unlängst sogar empfohlen, betroffene Gebiete zu meiden. 

Fürs Fällen wird feuchtes Wetter bevorzugt, um ein Aufwirbeln der Pilzsporen zu vermeiden. "Aus dem gleichem Grund sollte der Transport der gefällten Bäume abgedeckt  erfolgen. Das Holz ist einer Verbrennung zuzuführen, eignet sich aber nicht als Brennholz für Haushalte", sagt  Prof. Berndt.

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