Rosige Konjunkturaussichten für Wirtschaft im Raum Soest

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2015 lief klasse, 2016 dürfte dem kaum nachstehen. Die gute (Wirtschafts-)Laune steht ihnen ins Gesicht geschrieben. (von links) IHK-Präsident Ralf Kersting, Nadine Menke (Inhaberin einer Werbe-Agentur in Arnsberg), Klemens Münstermann (Chef von Möbel Turflon in Werl), IHK-Geschäftsführerin Dr. Ilona Lange, Reinhold J. Lehde (Bauunternehmer in Soest) und Stefan Severin (stellvertretender IHK-Geschäftsbereichsleiter).

Soest  Bei ihrer Selbstbetrachtung hält sich die Wirtschaft für gewöhnlich mit Superlativen zurück. Wenn nun aber die Industrie- und Handelskammer Hellweg-Sauerland – gestützt auf eine breite Umfrage unter ihren Unternehmen in Soest und Hochsauerland – davon redet „Es läuft so gut wie nie zuvor – das ist noch nie dagewesen“, scheint die Konjunktur in unserer Region tatsächlich ordentlich zu brummen.

Nie zuvor hat mehr als die Hälfte der Betriebe ihre Lage als gut eingeschätzt; gerade mal knapp acht Prozent sehen ihre Situation eher düster.

Und das könnte so weitergehen. „Wir blicken optimistisch in die Zukunft“, sagt IHK-Präsident Ralf Kersting. Die Kammer hat zum Jahreswechsel in einer repräsentativen Stichprobe einmal mehr 300 ihrer fast 40 000 Mitgliedsfirmen befragt. Die Rahmenbedingungen seien natürlich vorteilhaft für den Boom: hohe Beschäftigung, geringer Ölpreis, niedrige Zinsen, starker privater Konsum, volle Auftragsbücher.

Wenn schon die Lage als höchst zufriedenstellend eingeschätzt wird, können die Erwartungen folglich nicht mehr allzu riesig sein. Trotzdem: 28 Prozent glauben, dass es (noch) weiter bergauf geht, nur 12 Prozent prognostizieren eine eher schlechtere Entwicklung. Allein in der Baubranche übersteigt die Zahl der Pessimisten die der Optimisten. Die Bauleute, so Kersting, haben allerdings zwei bewegte Jahre – nicht zuletzt dank der erstarkten Wohnbaunachfrage – hinter sich, so dass man die Zeichen eher als „leichte Beruhigung auf hohem Niveau“ werte.

Und selbst die Maschinenbauer, die landauf, landab unter den Entwicklungen in China, Russland und dem Nahen Osten zu ächzen haben, haben in Soest und Sauerland wenig Grund zur Klage. IHK-Geschäftsführerin Ilona Lange weist auf die strukturellen Besonderheiten der hiesigen Maschinenbauer hin: Die meisten seien Mittelständler, dicht am Kunden und bauten Produkte, die sich ordentlich vermarkten lassen.

Der starke private Verbrauch hat auch den Handel gut ins neue Jahr starten lassen, so Kersting. Reichlich Luft nach oben sieht er allenfalls bei den Investitionsabsichten. 29 Prozent der befragten Unternehmen geben zwar an, dieses Jahr mehr Geld in Investitionen zu stecken, doch das dürften in der Regel Ersatz-Beschaffungen für abgeschriebene oder veraltete Maschinen und Gebäude sein. „Nur wenige erwarten Kapazitäts-Erweiterungen“, vermutet der IHK-Präsident. Bei den Invests wolle der Konjunktur-Motor „noch nicht so richtig anspringen“.

Diese Einschätzung korrespondiert ein wenig mit den Risiken, die die Firmen auf sich zukommen sehen. Waren es vor zwei Jahren noch die vergleichsweise hohen Energie- und Rohstoffpreise, die ihnen die meisten Sorgenfalten an die Stirn rieben, rangiert dieses „Risiko“ heute nur noch unter fernen liefen. Vielmehr blicken die Unternehmen heute skeptisch auf Arbeitskosten und den Fachkräftemangel.

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