Gartenserie

Rosen erfroren: Diese gelben Blüten sind ein wichtiges Signal für Gärtner

Die Meteorologen haben den Frühling schon vor drei Wochen ausgerufen, der Kalender hat am Wochenende nachgezogen. Nur das Wetter hält sich nicht daran: Es ist weiterhin lausig kalt, windig und feucht – ziemlich ungemütlich für Gartenarbeit.

Soest - Dabei haben in geschützten Ecken einige Forsythien ihre ersten Blüten geöffnet, eigentlich ist das für uns das Startsignal, die Rosen zu schneiden.

PflanzeForsythie (Zierstrauch)
Andere NamenGoldflieder oder Goldglöckchen
RangHybride

In diesem Jahr warte ich aber damit noch ab. Es hat mit dem heftigen Wintereinbruch vor einigen Wochen zu tun. Erst jetzt offenbart sich, welchen Tribut er gefordert hat. Es war zwar damals schon klar, dass viele Rosentriebe, die nicht unter einer schützenden Schneedecke lagen, erfroren waren. Aber jetzt erkennen wir langsam, dass nicht nur Triebe abgestorben sind, sondern leider auch viele Rosen komplett den Geist aufgegeben haben.

Rosen haben unter Frost gelitten

Einige Rosen treiben zwar bereits von unten frisch aus. Aber bei anderen tut sich noch gar nichts. Da ich hoffe, dass doch noch Leben in ihnen steckt, warte ich noch einige Tage auf mildere Temperaturen mit dem Schnitt. Sollten sich aber in etwa zwei Wochen noch immer keine Knospen gebildet haben, dann dürfte klar sein, dass diese Rosen total erfroren sind. Uns bleibt dann nichts anderes übrig, als sie zu ersetzen.

Erschreckend ist, dass nicht nur die Beet- und Edelrosen gelitten haben, selbst Rambler, Kletter- und große Buschrosen, die teilweise Stämme von fünf und mehr Zentimetern Durchmesser haben, sind Opfer des strengen Frosts geworden. Ein interessantes Phänomen kann ich bei meiner größten Buschrose beobachten: Inmitten der abgestorbenen Triebe finde ich drei, die frisch grün und gesund aussehen. In der Wurzel gibt es offensichtlich noch Leben. Allerdings handelt es sich bei diesen grünen Zweigen um so genannte Wildtriebe. Rosen werden für gewöhnlich auf einer robusten Unterlage (Wurzel) veredelt.

Die Forsythien beginnen jetzt mit der Blüte. Das ist normalerweise auch das Signal, die Rosen zu schneiden. In diesem Jahr aber lässt sich noch nicht erkennen, welche Rosen den strengen Frost überhaupt überlebt haben.

Die Wildtriebe entspringen direkt aus der Wurzel. Offensichtlich sind sie wesentlich winterfester als die Edelreiser. Es nützt uns allerdings nichts, wenn wir alles Erfrorene entfernen und diese Wildtriebe stehen lassen. Sie bringen leider nicht die schönen Blüten, die wir an den Rosen so lieben. Mit den Rosen werden wir uns nach Ostern erneut hier beschäftigen.

Die Forsythien geben uns bekanntlich das Zeichen, wann der Rosenschnitt beginnen sollte. Aber wie sieht es mit diesem Zierbusch selber aus? Muss er auch geschnitten werden?

Auf jeden Fall – nur nicht jetzt. Schneiden wir das Goldglöckchen, wie der Strauch auch genannt wird, überhaupt nicht, dann passiert Folgendes: Aus den alten Trieben entspringen in der Mitte neue schlanke Triebe, während die alten Triebe nach außen weiterwachsen und sich langsam nach unten beugen. Auch die neuen Triebe neigen sich später nach außen und bilden an ihrem Scheitelpunkt wieder neue Zweige und so weiter.

Schnitt erst nach der Blüte

Der Busch wird also immer breiter und dichter, bildet richtige Tunnel, die bei Kindern als Verstecke beliebt sind. Die Blüten allerdings, deretwegen wir die Forsythien im Garten anpflanzen, werden immer weniger.

Die Blütenknospen werden schon im Vorjahr angelegt. Schneiden wir die Forsythie vor der Blüte, dann entfernen wir damit einen großen Teil der Blütenknospen, was nicht unser Ziel sein kann. Wie auch 24garten.de* berichtet, kommt es beim Rosen schneiden darauf an, dass Forsythien erst dann geschnitten werden, wenn sie abgeblüht sind*. Bevor wir die Schere anlegen, sollten wir aber auf den Vogelschutz achten. Befindet sich ein Nest im Busch, ist die Schere tabu.

Ist das nicht der Fall, gehen wir ans Werk und nehmen zuerst zwei, drei alte Triebe heraus, um den Busch auszulichten. Zusätzlich kürzen wir weitere Triebe im mittleren Bereich auf frische Seitentriebe ein (auslichten). Diese werden dann in der warmen Saison neue Blütenanlagen bilden.

Nach dem Schnitt wird der Busch wieder licht und locker aussehen. Dieses Auslichten des Buschs sollten wir jedes Jahr nach der Blüte vornehmen. Das Entfernen der Alttriebe direkt am Boden steht etwa alle drei Jahre an. So gepflegt, wird uns das Goldglöckchen viele Jahre mit dem überreichen goldgelben Frühlingsblütenflor belohnen. - *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Matthias Bein

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