Fachleute: “Urlaubern ist Mallorca sicherer als die Ostsee“

Reisebüros in Soest haben wieder große Nachfrage

Ein Flug zu einem Palmenstrand scheint vielen Urlaubern sicherer zu sein, als Ferien in heimischen Gefilden zu machen Spanien und Griechenland werden kräftig gebucht.
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Ein Flug zu einem Palmenstrand scheint vielen Urlaubern sicherer zu sein, als Ferien in heimischen Gefilden zu machen. Spanien und Griechenland werden kräftig gebucht.

„Ich bin glücklich!“, sagt Christiane Risse, Inhaberin der Reisebüros Wiescher und „Fun4you“. Sie spricht wohl den meisten Kollegen aus dem Herzen. Nach einem katastrophalen Corona-Jahr sehen die Reisekaufleute jetzt ein „Licht am Ende des Tunnel“, wie Fachfrau Risse sagt: „Endlich dürfen wir wieder beraten und buchen, statt nur zu stornieren. Wir haben gut zu tun.“

Soest – Sinkende Inzidenzzahlen und Lockerungen der Corona-Schutzregeln treiben die Menschen, die monatelang zuhause geblieben sind, in die Reisebüros. „Es hat sich gezeigt, dass Pauschalreisen keine Pandemie-Treiber sind“, freuen sich die Reisekaufleute. Selbst die Großen wie Kanzlerin Angela Merkel, Minister Peter Altmaier und Virologe Christian Drosten haben signalisiert, dass Sommerurlaub wieder möglich ist

Zahlen sind noch nicht wieder wie vor Corona

Während etliche Soester Reisebüros noch geschlossen sind oder höchsten telefonische Anfragen beantwortet, beraten Reisefachfrau Risse und ihre Kolleginnen bereits wieder. Noch seien die Zahlen längst nicht so wie 2019. In früheren Jahren starteten täglich mehr als 15 Flieger Richtung Mallorca. Heute ist es mal gerade einer, sagt die Fachfrau. Aber die Nachfrage, vor allem nach Reisen in den Herbstferien, im September und Oktober, steigt.

Paradox dabei: Während Reiseziele in Deutschland gemieden werden, sind Reisen ins griechische oder spanische Ausland kein Problem. „Gerade haben Gäste bei mir zwei Reisen innerhalb von Deutschland abgesagt und stattdessen Mallorca gebucht“, berichtet Christian Risse.

Ab Sommer wieder Normalität in Europa?

Die Gründe leuchten auf Anhieb ein: In der Dominikanischen Republik kann man sich unter Palmen sonnen, an der Ostsee ist das keineswegs so sicher. Abgesehen mal vom Wetter: Modellregion hin oder her, wer garantiert denn, dass man nicht nach drei Tagen aus dem Urlaubsort wieder abreisen muss, weil die Inzidenzzahlen gestiegen sind?

Christiane Risse geht davon aus, dass im Sommer zumindest im europäischen Raum einigermaßen Normalität herrschen wird. Niemand muss mehr befürchten, schief angesehen zu werden, wenn er von seiner Urlaubsbuchung erzählt - so wie es noch um Ostern bei Reisen nach Mallorca war. Für nächstes Jahr werden bereits wieder Kreuzfahrten gebucht, berichtet Christiane Risse.

Bis dahin heißt es: Negativ-Test vorzeigen und Maske auf, bevor man ins Flugzeug steigt. „Das ist sicherer als Bahnfahren. Fürs Bahnfahren muss man sich ja noch nicht mal anmelden.“

Workation

Die Tui mit einem Reisebüro in der Soester Fußgängerzone hat einen besonderen Geschäftszweig entdeckt: „Workation – Arbeiten am Meer.“ Als 2020 dasHomeoffice immer populärer wurde, hängte sich der Reiseveranstalter dran und entwickelte diese neue Format, eine Kombination aus Arbeit (Work) und Urlaub (Vacation): Das Büro wird ins Hotel oder an den Strand verlegt. Neben oder nach der Arbeit am Laptop genießen Reisende die Vorzüge der Urlaubsumgebung. „Das kommt an“, sagt Tui-Sprecherin Stephanie Holweg.

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