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Rechtsstreit mit Nivea geht weiter: Soester Unternehmen Bübchen geht in Berufung

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Bübchen und Nivea
Der Babypflege-Hersteller Bübchen geht im Streit mit Nivea um das Produktdesign in Berufung. © Annette Riedl/dpa

Trotz einer Niederlage vor dem Düsseldorfer Landgericht hält das Soester Unternehmen Bübchen weiter an dem Vorwurf fest, dass der Wettbewerber Nivea bei seiner Babypflege-Serie sein Produktdesign kopiert habe.

Soest - Die Bübchen Skincare GmbH habe am Donnerstag Berufung gegen die Entscheidung der Richter beim zuständigen Oberlandesgericht eingereicht, teilte Bübchen-Geschäftsführer Martin Kemper bereits einen Tag nach der Urteilsverkündung mit.

Bübchen hatte den Nivea-Mutterkonzern Beiersdorf wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht verklagt. Der Vorwurf: Nivea soll das typische Bübchen-Produktdesign geprägt von einer hellblauen Verpackung mit einem dunkelblauen Firmenlogo und einem Comic-Element sowie den Firmen-Slogan „Für zarte Babyhaut“ kopiert haben.

Nivea gegen Bübchen: Klage abgewiesen

Das Düsseldorfer Landgericht hatte die Klage jedoch am Mittwoch abgewiesen. Die hellblaue Farbe sei heute bei Babyprodukten weit verbreitet und stelle schon deshalb keine schutzwürdige Eigenart der Bübchen-Produkte dar. Das gleiche gelte für das blaue Logo und auch für die Verwendung von kindgerechten Zeichnungen auf den Packungen.

Auch auf die Formulierung „für zarte Babyhaut“ kann Bübchen nach Auffassung des Gerichts nicht allein für sich reklamieren. Es handele sich dabei nur um einen beschreibenden Begriff, den jeder verwenden könne. „Babyhaut ist nun einmal zart“, sagte der Gerichtssprecher.

Nivea gegen Bübchen: „Begrüßen die Grundannahme“

Kemper sah in dem Urteil dennoch Positives. „Wir begrüßen die Grundannahme des Gerichts, dass die Produkte eine Vielzahl an übereinstimmenden Merkmalen haben. Aus diesem Grund legen wir Berufung ein“, erklärte er. Der Vorwurf der unlauteren Nachahmung habe für Bübchen weiterhin Bestand. „Wir wundern uns darüber, dass Beiersdorf nicht auch ein eigenes Interesse daran hat, auf eine klare Differenzierung vom Wettbewerber zu setzen“, sagte Kemper.

Beiersdorf hatte das Urteil des Düsseldorfer Gerichts begrüßt. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen.

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