Gartenserie

Klee und Co. im Rasen: Wenn Kräuter das Gras verdrängen - Tipps vom Garten-Experten

Noch einmal müssen wir uns mit der Frühjahreskur für unseren Rasen beschäftigen. Nicht nur Moos kann sich in ihm breit machen. Auch Kräuter verdrängen das Gras.

Soest - Es gibt in der Soester Börde mit ihrem kräftigen Lössboden noch eine Reihe weiterer typischer Kräuter, die gerne den Rasen besiedeln und das Gras allmählich verdrängen. Dazu gehören der Weißklee, Löwenzahn, scharfer Hahnenfuß (Butterblume), Gundermann, Bellis (Gänseblümchen), Scharbockskraut und Veronika (persischer Ehrenpreis).

StadtSoest
LandkreisSoest
Einwohner47.514

Klee und Co. im Rasen: Wenn Kräuter das Gras verdrängen - Tipps vom Garten-Experten

Ihnen allen ist zu eigen, dass sie nährstoffreichen, lehmigen und teils verdichteten Boden mögen. Außerdem sind sie bis auf den scharfen Hahnenfuß sehr mähtolerant. Und sie haben alle die Angewohnheit, sich stark auszubreiten. Das heißt, dort wo Gras wächst, gefällt es ihnen auch. Deshalb können sie für manchen Gartenbesitzer zu einer großen Last werden.

Zunächst aber müssen wir uns grundsätzliche Gedanken machen, wie unser Rasen aussehen soll. Denn die oben genannte Kräuter blühen alle teils recht attraktiv - im Gegensatz zu Moos, der den Rasen oft gelblich aussehen lässt. Außerdem stellen Kräuter für viele Insekten eine gute „Weide“ dar.

Genau das ist der Punkt. Wollen wir einen grünen Wimbledonrasen, dann sieht der zwar wie aus dem Ei gepellt aus, ist für Insekten aber absolut unattraktiv – und macht sehr viel Arbeit. Können wir uns mit einem Rasen anfreunden, der mit den genannten Kräutern mehr oder weniger durchsetzt ist, dann haben wir zwar nicht mehr ein makelloses Grün, dafür aber viele bunte Punkte und weniger Arbeit.

Kräuter im Rasen: Blüten locken Insekten an

Da angesichts des massenweisen Insektensterbens seit einiger Zeit der insektenfreundliche Garten stark propagiert wird, sollten wir uns eigentlich freuen, wenn unser Rasen von blühenden Kräutern durchsetzt ist.

Allerdings muss man einen Punkt dabei beachten, besonders, wenn man auf Insektenstiche allergisch reagiert. Die Blüten locken viele Bienen, Hummeln und andere wehrhafte Insekten an. Betreten wir im Sommer unseren Rasen barfuß (bei Familien mit Kindern sehr beliebt), dann laufen wir Gefahr, gestochen zu werden. Besonders am Weißklee sitzen die Bienen, da seine Blüte sehr nektarreich ist. Auch kann man gestochen werden trotz Schuhen an den Füßen, wenn auffliegende Bienen sich im Hosenbein verirren.

Klee und Co. im Rasen: Tipps vom Experten für ein makelloses Grün im Garten

Soll unser Rasen makellos sein, dann heißt es: Ärmel aufkrempeln. Denn nur mit Mähen, Düngergaben, Ph-Wert-Abgleich und Ausharken werden wir der Rasenkräuter nicht Herr. Generell benötigt der Rasen als Herzstück des Gartens besonders viel Pflege, damit er dich und saftig grün wird.

Der Löwenzahn besitzt eine kräftige, robuste Pfahlwurzel, die bis zu einen Meter tief in den Boden reichen kann. In keinem Fall sollten wir es zur Samenbildung kommen lassen (Pusteblume). Und wir müssen jedes einzelne Exemplar mit dem Wurzelstecher aus dem Boden holen.

Weißklee, Gundermann, Scharbockskraut: Kräuter im Rasen? Oft hilft der Griff zum Spaten

Weißklee verbreitet sich über Samen und vor allem durch Wurzelrhizome. Die Blüten lassen sich in der Regel auch nicht durchs Rasenmähen entfernen. Hier hilft nur, einzelne Pflanzen auszustechen oder bei größeren Weißkleeflächen diese komplett mit dem Spaten auszugraben, das Loch mit guter samenfreier Gartenerde zu verfüllen und dann mit Grassamen einzusäen.

Die Kräuter blühen teils recht attraktiv: Scharbockskraut (unten rechts) bildet dichte Polster. Gundermann (unten Mitte) hat eine sehr schöne kleine blaue Trichterblüte. Gänseblümchen (oben Mitte) wachsen in fast jedem Garten. Die gefiederten Blätter des scharfen Hahnenfußes (oben links) bilden eine kompakte Rosette. Auch der Weißklee (oben rechts) bildet dichte Horste im Rasen. Löwenzahn (unten links) ist allgegenwärtig. Seine jungen Blätter können für Salat und Smoothies genutzt werden.

Gundermann bildet lange Ranken, die alle Nase lang im Boden wurzeln, dazu kommt ein ausgedehntes kräftiges Wurzelgeflecht. Wir müssen sowohl alle Wurzeln als auch alle Ranken komplett entfernen.

Scharbockskraut besitzt unterirdisch recht tief im Boden kleine Zwiebeln, die Brutzwiebeln bilden. Natürlich produziert die Pflanze auch reichlich Samen. Das recht attraktiv mit gelben Sternen zeitig im Frühjahr blühende Kraut sollte schnell bekämpft werden, man darf es nicht zur Samenbildung kommen lassen. Dauerhaft können wir es nur entfernen, wenn wir alle Zwiebelchen ausgraben – sehr mühselig. Scharbockskraut ist giftig.

Kräuter im Rasen: Gänseblümchen und Butterblumen mähen oder ausgraben

Gänseblümchen (Tausendschön, Maßliebchen) sind ausdauernd, blühen unermüdlich fast das ganze Jahr über und produzieren viel Samen. Durch häufiges Mähen kann man die Samenbildung reduzieren. Ansonsten hilft nur, jede einzelne Pflanze auszugraben.

Der scharfe Hahnenfuß (Butterblume) ist giftig, verträgt aber häufiges Mähen nicht so gut. Er hat ein kräftige Wurzelgeflecht und verbreitet sich neben Samen durch viele Ausläufer, die schnell größere Flächen besetzen können. Auch hier hilft letztlich nur das Ausgraben.

Ehrenpreis bekämpfen wir durch mehrmaliges Vertikutieren, das auch bei Gundermann und Weißklee nützlich ist. Beim Mähen gilt grundsätzlich, nicht zu tief das Gras abschneiden. Denn sonst wird der Boden besser belichtet, was dazu führt, dass die Kräutersamen leichter keimen. Ab vier Zentimeter Graslänge wird der Boden gut beschattet und das Auflaufen der Kräutersamen deutlich erschwert.

Nach den Eisheiligen geht es im Mai richtig mit der Gartenarbeit los*, berichtet 24garten.de*. Dann stehen allerhand Aussaat und Vorbereitungen an. - *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fotos: Klaus Fischer/ Montage: Peter Dahm

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