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Tipps vom Experten: Nach dem Rasen das Gemüse - Zeit für Kartoffeln und Tomaten

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Von: Klaus Fischer

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Gartenexperte Klaus Fischer rät diesmal, zum Vertikutierer zu greifen, um den Rasen zu entfilzen. Nun ist auch die richtige Zeit, um die Kartoffeln in den Boden zu bringen.

Soest - Der Rasen sprießt inzwischen kräftig. Wir haben ihn gedüngt und gemäht. Wer ein makelloses Grün haben möchte, sollte sich jetzt Gedanken machen, den Rasen zu vertikutieren. Damit ist gemeint, ihn zu entfilzen und den Wurzelraum zu belüften. (Alle Gartentipps von Experte Klaus Fischer)

Im Laufe des Herbsts und des Winters hat sich oftmals auf dem Boden des Rasens ein Filz gebildet aus abgestorbenen Pflanzenteilen. Außerdem ist die Erdoberfläche verdichtet. Mit dem Vertikutierer durchkämmen wir die Fläche. Filz wird gelöst und herausgekämmt sowie die obere Bodenschicht aufgeschnitten. Der Vertikutierer ist eine Harke, deren schmale Zinken wie gebogene Messer aussehen, mit denen wir die Oberfläche aufritzen.

Vertikutieren ist ziemlich anstrengend. So gibt es Maschinen mit Stromantrieb per Kabel oder Akku oder für sehr große Flächen auch mit einem Benziner, die uns diesen Arbeitsgang enorm erleichtern. Meines Erachtens lohnt sich für einen normalen Hausgarten eine solche Anschaffung aber nicht, da wir das Gerät in der Regel nur einmal alle zwei bis drei Jahre benötigen. Dafür kann man sich besser einen Motorvertikutierer im Fachgeschäft ausleihen.

Tipps vom Gartenexperten: Rasen jetzt vertikutieren

Für kleinere und nicht so verfilzte Flächen reicht auch ein Laubbesen aus, dessen Blätter aus schmalen, stabilen Metallzinken bestehen im Gegensatz zu den üblichen Laubbesen aus flachen Blechblättern oder Plastik, die nicht geeignet sind weil zu weich.

Wenn wir die Rasenfläche durchgearbeitet haben, staunen wir, wie viel Filz wir beim Vertikutieren herausgeholt haben. Aber wir sollten auch nicht übertreiben. Denn beim Aufritzen des Bodens werden die Wurzeln des Grases ein wenig geschädigt, was dieses aber locker wegsteckt, weil wieder mehr Sauerstoff an die Wurzeln kommt. Ein Arbeitsgang reicht normalerweise aus. Der Filz kommt auf den Kompost oder kann mit anderem Häckselgut vermischt als Mulchmaterial auf den Beeten genutzt werden. Bei einem normalen Rasen reicht es, alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr zu vertikutieren. In der nächsten Folge werden wir uns mit Moos im Rasen beschäftigen.

Man staunt, wie viel Filzmaterial man selbst mit einem stabilen Laubbesen schon nach kurzer Zeit aus dem Rasen gekämmt hat. Oft reicht das als Vertikutiermaßnahme.
Man staunt, wie viel Filzmaterial man selbst mit einem stabilen Laubbesen schon nach kurzer Zeit aus dem Rasen gekämmt hat. Oft reicht das als Vertikutiermaßnahme. © Klaus Fischer

Tipps vom Gartenexperten: Kartoffeln in die Erde setzen

Es wird jetzt Zeit, die Kartoffeln in die Erde zu setzen. Zwar gibt es immer noch Nachtfröste. Aber die erreichen nicht mehr die tiefen Temperaturen des Winters. Im wärmeren Boden sind Kartoffeln vor diesen oberflächlichen Frösten geschützt. Die Kartoffeln können so langsam einwachsen. Bis die ersten Triebe die Oberfläche erreichen, dürften auch die Eisheiligen vorbei sein. Sollte vorher doch schon ein grünes Blatt aus dem Boden schauen, decken wir es nachts mit Vlies ab.

Die Kartoffeln werden in Reihen, die einen Abstand von etwa 50 Zentimeter haben, etwa zehn Zentimeter tief in den Boden gelegt mit einem Abstand von 30 bis 35 Zentimeter zueinander und dann gut mit Erde zugedeckt. Da Kartoffeln Starkzehrer sind, sollten wir dem Boden vorher noch eine ordentliche Gabe Kompost gegönnt haben.

Kartoffeln jetzt pflanzen: Anhäufeln, wenn das erste Grün aus dem Boden schaut

Wer will, kann auch sofort schon die Kartoffelreihen anhäufeln, die Bauern beispielsweise erledigen das aus Kostengründen in einem Arbeitsgang beim Setzen der Knollen. Es schadet aber nicht, wenn wir erst anhäufeln, wenn das erste Grün aus dem Boden schaut. Angehäufelt wird, damit die neuen Knollen, die sich allmählich bilden, immer mit Erde bedeckt sind und nicht grün werden, wenn sie das Sonnenlicht sehen. Grüne Kartoffeln sind ungenießbar, weil sich darin Solanin gebildet hat, das für uns giftig ist.

Geschützt vor Spätfrösten stehen Tomaten und Paprika direkt am Haus. Über Nacht werden sie zusätzlich mit einem Vlies abgedeckt.
Geschützt vor Spätfrösten stehen Tomaten und Paprika direkt am Haus. Über Nacht werden sie zusätzlich mit einem Vlies abgedeckt. © Klaus Fischer

Jetzt wird es auch Zeit, all die Wärme liebenden Jungpflanzen auf unserer Fensterbank abzuhärten. Wir setzen sie erst stundenweise raus, nach einigen Tagen auch über Nacht an geschützter, schattiger Stelle. Drohen Nachtfröste, müssen die zarten Pflänzchen über Nacht wieder ins Haus. Oder wir decken sie mit Vlies ab. So vorbereitet, können sie dann nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden.

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