Gartenserie mit Klaus Fischer

Richtige Pflege für den Rasen: Vorsicht beim Mähen - Tipps vom Gartenexperten

Der Rasen ist oftmals das Herzstück des Gartens. Doch Gras benötigt die richtige Pflege, damit er dicht und saftig grün wird. Garten-Experte Klaus Fischer gibt Tipps.

Soest - Der Rasen ist das Herzstück vieler Gärten. Familien mit Kindern nutzen ihn als Spiel- und Sportfläche, das Gras dient als Liegewiese, für die Grillparty, zum Zelten, als Gehweg oder einfach nur als grüner Ruhepol fürs Auge. Rasen gehört zu den arbeitsintensivsten Flächen in unserem Garten. Er braucht fast ganzjährig unsere Aufmerksamkeit und Pflege. In Zeiten des Klimawandels kann der Rasen zum Problemfall werden, schreibt Garten-Experte Klaus Fischer. (Alle Gartentipps von Klaus Fischer)

Pflege-Tipps für schönen Rasen im Garten: Gras mähen, düngen, vertikutieren

Lange Dürreperioden und große Hitze im Sommer lassen Rasen schnell kümmern und verdorren, braungelbe Stoppeln statt satten Grüns können kein Gärtnerherz erfreuen. Ein vitaler Rasen verlangt also im Sommer eine reichliche und stetige Versorgung mit Wasser – in Zeiten knapper werdender Ressourcen durchaus ein Punkt, über den man nachdenken und den man gegebenenfalls ändern sollte.

Wer Rasen haben wie das berühmte Grün in Wimbledon haben möchte, muss sehr viel Arbeit, Zeit und Geld investieren. Aber auch ein schlichterer Rasen oder eine Wiese sind noch arbeitsintensiv. Und selbst eine Wild- oder Blumenwiese ist nicht so einfach angelegt und gepflegt. Jetzt im Frühjahr geht es erst einmal um drei Dinge: Wir müssen unseren Rasen wöchentlich mähen, außerdem benötigt er Dünger, und durch Vertikutieren wird er entfilzt.

Beim Mähen des Rasens sollten wir unseren Mäher auf eine Schnittlänge von vier bis fünf Zentimeter einstellen. Es gibt einige Gärtner, die säbeln das Gras lieber sehr kurz ab auf etwa zwei Zentimeter, mähen dafür aber nur halb so oft, um Arbeit zu sparen. Gerade im Sommer ist das aber kontraproduktiv. Sehr kurz geschorenes Gras reagiert heftig auf intensiven Sonnenschein, dünnt aus, geht teilweise ein und vergilbt. Beim Mähen von nassem Rasen* gibt es einiges zu beachten, schreibt 24garten.de*.

Rasen in Garten: Gerade im Sommer nicht zu kurz mähen

Bei einer Mindestlänge von vier Zentimetern werden die empfindlichen Wurzeln gut beschattet und leiden viel weniger unter dem Sonnenschein. Die Feuchtigkeit im Boden wird besser erhalten. Mähen wir öfter, hat das außerdem den positiven Effekt, dass sich das Gras mehr verzweigt und somit der Rasen dichter und kompakter wird. Ich habe meinen Mäher auf fünf Zentimeter eingestellt.

Auf vier bis fünf Zentimeter Länge wird das Gras gekürzt, tiefer nicht. Mindestens einmal pro Woche sollte der Rasen gemäht werden, im Frühling bis zu zweimal. Je öfter man mäht, umso dichter wird der Rasen.

Es gibt zwei unterschiedliche Systeme bei den Rasenmähern. Die einen fangen das Schnittgut in Säcken auf. Damit kann man sich einen guten Mulch anmischen, es landet alternativ auf dem Kompost – gut vermischen mit anderen Pflanzenteilen – oder man entsorgt es in der grünen Tonne. In jedem Fall aber werden durch diese Methode dem Boden ständig Nährstoffe entzogen.

Die anderen Rasenmäher haben keinen Fangkorb, sondern zerschnippeln das Schnittgut sehr klein und drücken es als Mulchschicht auf den Boden, wo sie allmählich verrotten. Die Nährstoffe bleiben also auf der Rasenfläche im Prinzip erhalten.

Böse Überraschung: Während des Winters hat eine Maus im Auffangkorb des Rasenmähers ihr Nest gebaut, der so nicht mehr zu gebrauchen ist. Ersatz muss her.

Wer Wimbledon-Grün haben will, kann auf einen Mäher mit Fangkorb nicht verzichten. Denn bei Mulchmähern sieht das Ergebnis immer unordentlicher aus, weil ein Teil des Schnittguts durchaus auf dem Gras liegen bleibt und nach zwei Tagen welk und damit unansehnlich geworden ist. Nach dem nächsten Regenguss sind diese Reste für gewöhnlich aber verschwunden.

Pflege von Rasen: Rasenmäher mit unterschiedlicher Technik

Die meisten Rasenmäher in unseren Gärten haben einen Fangkorb. Das bedeutet, dass wir unseren Rasen düngen müssen, um die verlorenen Nährstoffe zu ersetzen. Die beste Zeit dafür ist jetzt im Frühjahr. Es gibt dafür speziell den Starter-Dünger mit viel Stickstoff, der das Blattwachstum anregt. Ab einer gewissen Rasengröße lohnt sich die Anschaffung eines Streuwagens, denn das Düngen per Hand will gekonnt sein und führt oft zu sehr ungleichmäßigem Austrag des Düngers. Die klassischen Streuwagen sind für kleinere bis mittlere Flächen bis etwa 800 Quadratmeter geeignet.

Narzissen- und Schneeglöckchenblüte: Wer sie im nächsten Jahr in seiner Wiese erleben will, muss jetzt im Frühling um die Blätter herummähen, bis sie im Juni welk werden.

Schleuderstreuer, die mit einer rotierenden Scheibe ähnlich funktionieren wie die Salzstreuer der Kommunalen Betriebe im Winter, sind eher für große Flächen gedacht und kosten somit entsprechend mehr. Mit einem Streuer können auch andere Dinge wie Grassamen, Kalk, Granulat, Streusalz und mehr gleichmäßig ausgebracht werden, sie sind also ganzjährig vielfältig nutzbar. Und mit einem Streuwagen können wir die ausgebrachte Düngermenge sehr genau nach Angaben des Düngerherstellers dosieren.

Für den Garten ist der April ein kritischer Monat. Das Wetter wird langsam besser. Höchste Zeit, mit der Gartenarbeit durchzustarten. Unter anderem lassen sich schöne Schneeglöckchen und schmackhafter Bärlauch vermehren. - *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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