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Fleckiger Rasen: So wird man Moos los - Tipps vom Garten-Experten

„Ohne Moos nix los“, weiß der Volksmund. Viele Gärtner allerdings können gerne auf das Moos verzichten, und zwar in ihrem Rasen. Wie Sie gelbe Flecken loswerden.

Soest - Den Grund kann man sehen: Ein Rasen mit Moos sieht fleckig und ungleichmäßig aus, und das Grün ist nicht so satt wie bei einem idealen Rasen, sondern viel heller bis ins Gelbliche hinein verfärbt.

StadtSoest
LandkreisSoest
Einwohner47.514

Fleckiger Rasen: So wird man Moos am besten los - Tipps vom Garten-Experten

Allerdings ist das auch eine Einstellungssache. Eine Bekannte hat in ihrem Garten in einem Teil des Rasens das Moos wachsen lassen mit der Folge, dass dort inzwischen eine dicke Polsterschicht entstanden ist.

Man läuft über dieses Stücke wie über einen dicken Plüschteppich. „Und grün ist es auch“, schmunzelt dann meine Bekannte, wenn sie darauf angesprochen wird.

Moos im Garten: Hitparade der Maßnahmen für einen grünen Rasen

Aber das dürfte eher die Ausnahme sein. Die meisten Gartenbesitzer möchten Rasen ohne Moos. Aber das ist manchmal leichter gesagt als getan. Es gibt da eine richtige Hitparade der Gegenmaßnahmen.

Zuerst wird das Moos ausgeharkt. Das geht ganz gut, weil es nicht so fest im Boden wurzelt wie Gras. Aber schon nach wenigen Wochen ist es wieder zurück. Dann wird der Vertikutierer angeworfen, der gründlicher arbeitet. Aber auch hier stellt sich kein langfristiger Erfolg ein. Nach Monaten sprießt das Moos wieder munter unterm Gras.

Verdichteter, staunasser Boden, idealer Standort für Moos, kann verbessert werden, wenn man über mehrere Jahre im Frühling kräftig Sand ausstreut und gut zwischen Moos und Gräsern verteilt.

Als nächstes kommt der „Moosvernichter“ zum Zuge. Der wird mit seinem hohen Anteil an Eisen-II-Sulfat lautstark von der Werbung angepriesen als ideales Mittel gegen Moos im Rasen. Wir streuen ihn aus, wenn wir denn kein Problem mit Chemie in unserem Garten haben, und stellen nach zwei Tagen fest, dass das Moos schwarz geworden ist und langsam zerfällt.

Aber auch hier hält der Erfolg nicht dauerhaft an, zwar mehrere Monate, aber irgendwann kehrt das Moos zurück. Man müsste also dieses Mittel regelmäßig einsetzen.

Gelber Rasen: Ursachen für Moos-Wachstum finden

Der Grund, warum sich bei all diesen Maßnahmen kein dauerhafter Erfolg einstellt, liegt einfach darin, dass sie nur ein Symptom bekämpfen, aber nicht die Ursache dafür. Moos wird sich immer dann im Rasen breit machen, wenn seine Wachstumsbedingungen günstiger sind als die für das Gras.

Und die kann man durchaus benennen: Der Boden ist verdichtet und staunass; der Boden hat Nährstoffmangel; die Fläche liegt im Schatten; der Ph-Wert des Bodens ist zu tief, also zu sauer; der Rasen wird nicht richtig gepflegt.

Wir müssen also zunächst mal erkunden, welche Ursachen bei uns vorliegen. Manchmal sind es auch mehrere gleichzeitig.

Fleckiger Rasen: So wird man Moos am besten los - Tipps vom Garten-Experten

Bei staunassem und verdichteten Boden, was besonders bei lehmigen Untergrund vorkommen kann, helfen nur zwei Dinge: Sand und Geduld. Als erstes harken wir das Moos aus der Fläche und entsorgen es. Dann kippen wir reichlich Mauersand darauf und verteilen ihn gleichmäßig mit der Harke, so dass der Boden etwa zwei Zentimeter hoch mit Sand bedeckt ist. Fürs Sanden des Rasens bedarf es der richtigen Vorbereitung*, berichtet 24garten.de*.

Diese Kur wiederholen wir über mehrere Jahre immer im Frühjahr. Dadurch wird der Boden allmählich leichter, lockerer und trockener. Das Gras dankt es mit üppigerem Wachstum, während das Moos verschwindet.

Moos kann im Rasen überall dort, wo es bessere Wachstumsbedingungen vorfindet als das Gras, dichte Polster bilden und das Gras fast völlig verdrängen.

Nährstoffmangel und Schatten: So verhindern Sie Moos-Wachstum im Rasen

Nährstoffmangel ist auf Düngefehler zurückzuführen, bis hin zum völligen Fehlen von Düngergaben. Ist der Zustand des Rasen beklagenswert, dann sollten wir zuerst einen Bodenaktivator auf organischer Basis ausbringen, der das Bodenleben wieder ankurbelt. Als regelmäßige Düngergaben gibt es im Frühjahr den Starterdünger mit viel Stickstoff für üppiges Wachstum und im Herbst einen Dünger mit viel Kalium und wenig Stickstoff, der die Gräser besser ausreifen lässt für die Belastungen in der Winterzeit. Auch auf einen höheren Eisenanteil sollte geachtet werden.

Bei einem beschatteten Rasenstück haben wir kaum Handhabe, weil Schatten zumeist von Gebäuden oder Bäumen geworfen wird. Aber wir können schon bei der Anlage darauf achten, für solche Schattenflächen speziellen Rasensamen für schattige Lagen zu nehmen. Auch sollten wir in solchen Bereichen nur auf maximal sechs Zentimeter mähen, damit die Gräser mehr Licht einfangen können. Bei zu niedrigem Ph-Wert unter 6, den man durch einfaches Messen selber herausfinden kann, Testsets gibt es im Gartenhandel, helfen Kalkgaben. Am liebsten hat Gras einen Ph-Wert von 7 (neutral). Richtiges Mähen bedeutet, nicht kürzer als vier Zentimeter zu mähen und regelmäßig jede Woche einmal, außer in Dürresommern, wenn das Gras gar nicht mehr wachsen will. Beherzigen wir das alles, hat Moos im Gras keine Chance.

Nach dem Rasen wird es Zeit, Gemüse einzupflanzen - zunächst Kartoffeln und Tomaten. - *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Niklas Fischer

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