Der prügelnde Holländer: Duell an der Zapfsäule endet vor Gericht

Soest -  Wie so oft bei Streitigkeiten, die als Wortwechsel beginnen und mit körperlichen Schäden enden, war der Anlass für die Auseinandersetzung zwischen zwei Männern im Oktober 2016 an einer Tankstelle an der Autobahnauffahrt Soest-Ost banal. Die strafrechtlichen Folgen dürften aber für einen der beiden Beteiligten schmerzhafter sein als die Blessuren, die er seinem Kontrahenten damals zufügte.

Vor dem Amtsgericht trafen sich Täter und Opfer jetzt nur deshalb wieder, weil Ersterer, ein 45-jähriger holländischer Lkw-Fahrer, den gegen ihn verhängten Strafbefehl nicht akzeptiert hatte – vor allem das darin vorgesehene dreimonatige Fahrverbot hatte ihn gewurmt, da er dadurch um seinen Job fürchtete. Wesentlich glimpflicher kam er vor Gericht aber jetzt auch nicht davon: Das Fahrverbot wurde zwar auf zwei Monate reduziert, die Geldbuße von insgesamt 3 300 Euro aber aufrecht erhalten.

Was genau passiert war, konnte relativ schnell geklärt werden – der Angeklagte räumte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein. Danach war er an der Tankstelle mit einem Autofahrer, der ihm an der Zapfsäule die Weiterfahrt versperrt hatte, in Streit geraten, weil der nicht schnell genug weichen wollte. Es kam zu einem hitzigen Wortgefecht, bei dem der Holländer sich durch einen Kraftausdruck in seiner Heimatsprache besonders angegriffen fühlte – er ging zum Angriff über.

Er packte seinen Kontrahenten, gestattete ihm aber immerhin noch, die Brille abzunehmen, würgte ihn und schlug dessen Kopf mehrfach gegen seinen Lkw. Zurück im Führerhaus wollte er wegfahren, das aber wollte das aus Menden kommende Opfer verhindern. Er stellte sich vor den Lkw, fotografierte dessen Kennzeichen – und wurde wenige Augenblicke später mehr oder weniger heftig von dem Fahrzeug touchiert, als dessen Fahrer „zum Rangieren“ vorwärts fuhr.

Vor Gericht entschuldigte sich der Holländer zwar bei dem Opfer für seinen Ausbruch, wegen Körperverletzung und Nötigung wurde er dennoch verurteilt.

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