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ZUE Soest: Menschen gehen mit Stühlen und Besteck aufeinander los - 30 Beteiligte

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Von: Matthias Staege, Daniel Schröder

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Ein Großaufgebot war im Einsatz.
Ein Großaufgebot war im Einsatz. © Daniel Schröder

Ein Großaufgebot von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr rückte am Dienstag zur ZUE in Soest aus. 30 Menschen waren aneinander geraten. Es gab mehrere Verletzte.

Update vom Dienstag, 14. Dezember, 17 Uhr: Um 12.22 Uhr war der Notruf bei der Polizei eingegangen: Die Beamten waren zunächst zu einer „handfesten Auseinandersetzung“ gerufen worden. Schnell war klar, dass dabei mehrere Bewohner der ZUE verletzt worden waren. Deshalb rückte wenig später ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr an.

Seinen Ursprung hatte der Gewaltausbruch laut Angaben von Polizeisprecher Holger Rehbock an der Essensausgabe. Hier hatte sich laut Zeugenaussagen eine Person vorgedrängelt – ganz zum Unmut anderer Bewohner, die ebenfalls für das Mittagessen anstanden. Dem verbalen Streit folgte eine Massenschlägerei, an der rund 30 ZUE-Bewohner beteiligt gewesen sein sollen.

Besonders heikel wurde die Auseinandersetzung zwischen einer libanesischen und einer afghanischen Familie: Die gegnerischen Lager prügelten unter anderem mit Stühlen aufeinander ein. Ebenso griffen manche Beteiligten zum Essbesteck, fügten ihren Gegnern mit den Messern „oberflächliche Verletzungen“ zu. Das Resultat gestaltete sich entsprechend: Sechs Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht.

Die Feuerwehr Soest wurde wegen des „Massenanfalls von Verletzten“ und der damit verbundenen massiven Anzahl an Rettungswagen als organisatorische Komponente zur Unterstützung in den Einsatz gerufen.

Gewalt-Ausbruch in ZUE Soest: Streit begann unter Jugendlichen

Christoph Söbbeler, Sprecher der Arnsberger Bezirksregierung, erklärte, dass der Streit unter „jugendlichen Bewohner“ begonnen habe. Diese seien manchmal „unkontrolliert emotional“, was dann zu einer Eigendynamik geführt habe. Die Verletzungen bei allen Betroffenen seien eher leicht. „Dennoch kann man den Vorfall natürlich nicht schönreden.“ Zwar würden keine Statistiken geführt, wie oft es in der ZUE Soest zu derartigen Vorfällen komme. Aber: „Beim aktuellen Fall handelt es sich um einen Ausnahmetatbestand.“

ZUE Soest: So sollen „solche Auseinandersetzungen verhindert werden“

Grundsätzlich werde schon bei der Organisation versucht, dass „solche Auseinandersetzungen verhindert werden“. Dazu würden beispielsweise „Ethnien, die sich nicht potenziell nicht gut verstehen, getrennt untergebracht“, so Söbbeler. Zudem sei allen Bewohnern die Hausordnung bekannt gemacht worden. Für weitere Entlastung der Situation sollen Freizeitangebote sorgen. Diese seien allerdings Corona-bedingt aktuell „nicht so vielfältig aufgestellt“. Ein weiterer Aspekt, der die Situation verschärfen kann, sei die dunkle Jahreszeit. „Das ist für alle Menschen eine schwierige Jahreszeit. Niemand kann mal eben fix vor die Tür springen und sich an der frischen Luft aufhalten, wenn das Wetter so schlecht ist.“

ZUE Soest: Seit Eröffnung war die Polizei 137 Mal im Einsatz

Seit der Eröffnung im März war die Polizei 137 Mal an der Soester ZUE im Einsatz. Darunter 30 nicht näher definierte „Hilfeersuchen“, 24 gemeldete Körperverletzungen, 19 Randalierer und zehn „Streitereien“. Zudem gab es Brandalarme, Einsätze wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Diebstähle – von der Anzahl jeweils im einstelligen Bereich.

Update vom Dienstag, 14. Dezember, 15.11 Uhr: Jetzt gibt es von der Polizei erste gesicherte Informationen zum Gewaltausbruch in der ZUE. Demnach kam es tatsächlich an der Essensausgabe zu einer Rangelei, weil sich eine Person vorgedrängelt hatte. Nach Angaben der Polizei seien am Ende rund 30 Personen in die Schlägerei verwickelt gewesen - und die beließen es nicht beim Einsatz ihrer Fäuste.

„Die Streitigkeiten zwischen einer libanesischen und afghanischen Familie wurden unter anderem mit Stühlen und Essbesteck ausgetragen“, schildert Polizeisprecher Holger Rehbock. Durch Messer seien „oberflächliche Verletzungen“ entstanden. Das Resultat ist entsprechend: Sechs Menschen wurden verletzt in Krankenhäuser gebracht.

Der Rettungsdienst versorgte mehrere Personen. Sechs Beteiligte kamen ins Krankenhaus.
Der Rettungsdienst versorgte mehrere Personen. Sechs Beteiligte kamen ins Krankenhaus. © Daniel Schröder

Update vom Dienstag, 14. Dezember, 14 Uhr: Die Feuerwehr Soest wurde wegen des „Massenanfalls von Verletzten“ und der damit verbundenen massiven Anzahl an Rettungswagen als organisatorische Komponente zur Unterstützung in den Einsatz gerufen. Nähere Informationen zu den Hintergründen des Einsatzes sind noch unklar. Ersten Erkenntnissen zufolge soll die Auseinandersetzung ihren Ursprung bei einer Rangelei an der Essensausgabe gehabt haben.

Großeinsatz an ZUE in Soest.
Großeinsatz an ZUE in Soest. © Daniel Schröder

Update vom Dienstag, 14. Dezember, 13.28 Uhr: Nach derzeitigem Kenntnisstand soll es mehrere Verletzte geben, einige von ihnen werden zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht.

Update vom Dienstag, 14. Dezember, 12.59 Uhr: Jetzt sind auch der Rettungsdienst und die Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen auf dem Weg zur ZUE.

[Erstmeldung vom Dienstag, 14. Dezember, 12.54 Uhr]: Soest - Mehrere Streifenwagen eilen am Dienstagmittag gegen 12.30 Uhr mit Blaulicht und Martinshorn zur zentralen Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete (ZUE) am Hiddingser Weg in Soest. Von mindestens fünf Streifenwagen berichten Anwohner. Polizeisprecher Holger Rehbock bestätigt den Einsatz und ergänzt, dass noch mehr als fünf Streifenwagen unterwegs seien.

Was genau sich vor Ort ereignet hat, ist noch unklar. Rehbock erklärt, es habe eine Prügelei gegeben. Wegen des massiven Polizeieinsatzes ist von einer Vielzahl von Beteiligten an dieser gewalttätigen Auseinandersetzung auszugehen.

Wir berichten weiter sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen.

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