Promikick 2020: In Soest geht der Karneval noch etwas weiter

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Beim Promikick mit Stiefeln und Hut dabei: Soest amtierendes Jägerken Sebastian Moritz

Soest – Am Aschermittwoch ist alles vorbei! Das mag ja für die Jecken gelten, die an diesem Wochenende gerade zur Höchstform auflaufen. Nicht aber für den Soester Promikick, die über 100 Amateur-Spieler, die Tänzer und Akrobaten und natürlich die vielen hundert Zuschauer.

Für sie wird der „Karneval“ in Soest um drei Tage verlängert. Kommenden Freitag steigt die nunmehr 17. Auflage des Promikick in der Bördehalle. Seit 16 Jahren gilt: Es wird zwar auch – und manchmal sogar mit Ehrgeiz und Leidenschaft – um Tore, Punkte und Pokal gefightet; aber irgendwie gerät an dem Abend der Fußball dann doch zur schönsten Nebensache der Welt. 

Da laufen die Ärzte in ihren weißen Kitteln auf und mit dem Stethoskop um den Hals, da tragen die Pauker ihr Schulmäppchen unter dem Arm, da bekommen die Mitspieler der neuen Mannschaft vom „FC Scheiterhaufen“ so tolle Funktionsbeschreibungen wie Bogenschütze, Kanoniere oder Schwertkämpfer angeheftet. 

Ganz groß rauskommen werden am kommenden Freitag die Soester Jäger; also die in historischen Kostümen gewandeten Repräsentanten der Stadt, die bei Kirmes, Bördetag und anderen wichtigen Events stets mit in der ersten Reihe stehen und die Stadt repräsentieren. Der amtierende Soester Jäger Sebastian Moritz und seine beiden Vorgänger Daniel Mosch und Till Heemann werden dabei sein. In unterschiedlichen Teams – bei der „Eintracht Alte Liebe“, bei den „Balljägern“ und eben beim „FC Scheiterhaufen“.

„Ich freue mich schon das ganze Jahr auf den Abend“, sagt Daniel Mosch. Der 26-jährige Polizeikommissar ist zum dritten Mal dabei. Eigentlich viel zu jung, weil Soester Anzeiger und Stadtsportverband als Veranstalter eine Mindestaltersgrenze für die kickenden Jungs von 32 Jahren eingeführt haben, damit am Ende nicht jugendlicher Übermut vor altersgerechtem Spaß obsiegt. 

Doch Mosch versichert: „Ich habe (außer beim Promikick) mein Leben noch nicht Fußball gespielt.“ So viel Nichtkönnen ist denn auch Empfehlung genug. Die Polizisten, die in der Vergangenheit schon mit Dienstmützen aufgelaufen sind und gleich ein Tor mit Flatterband („Polizeiabsperrung“) dicht gemacht haben, wollen auch diesmal mit Überraschungen aufwarten. Die Spieler haben sich für diese, wie Mosch es nennt“, „coole Veranstaltung“ längst eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet, um die Ideen für den nächsten schrägen Gag auszutauschen.

Und auch Till Heemann gibt sich bescheiden. Der 30-jährige Brandschutzingenieur und „Schwertkämpfer“ sagt frank und frei: „Fußballerisch bin ich eigentlich eine Niete.“ Wir werden sehen. 

Jäger Nummer drei, Sebastian Moritz, der 29-jährige Soester Journalist (Anzeiger, Hellweg-Radio, WDR), hat sich (Jäger-) Hut und Stiefel für seinen Auftritt am Freitag bereits zurechtgelegt. Im vollen Ornat werde er auflaufen, und sollte womöglich mehr Sportlichkeit von ihm fürs Endspiel erwartet werden, könne er ja immer noch Wams gegen Leibchen und kurze Sporthose tauschen.

Doch mehr als das Finale beschäftigt Moritz zur Zeit die Choreografie für „Karussell“ und „Achterbahn“. Mit solchen Darbietungen wollen er und seine fröhliche Kirmestruppe von der „Eintracht Alte Liebe“ die Halle rocken. Noch lieber als der Sieger-Pokal wäre ihnen der Ehrentitel „Sieger der Herzen“. Den hatten sie bereits 2019 eingeheimst und würden ihn nun gern verteigen. Nicht unbedingt mit großem, Sport, wohl aber mit großem Spaß.

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