Meiningsen

Projekt in Soest: Anwohner-Kritik an Windkraftplänen - Investor informiert

Hoch hinaus will der Investor mit seinen Windräder. Viele Anwohner äußern Kritik an den Plänen.
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Hoch hinaus will der Investor mit seinen Windräder. Viele Anwohner äußern Kritik an den Plänen.

Richtig interessant wird es bei Windrädern naturgemäß in relativ luftiger Höhe, moderne Ausführungen bringen es locker auf Gesamthöhen von 200 Metern und mehr. 

Soest - Der geplante Bau von neuen Anlagen bei Meiningsen, Epsingsen, Röllingsen und Ampen soll aber nicht über die Köpfe der Anwohner hinweg entschieden und betrieben werden. Deshalb luden Stadt und Investor am Dienstagabend zu einer Infoveranstaltung ein, noch bevor das Projekt in die konkrete Planung geht.

Pandemiebedingt fand die Veranstaltung als Videokonferenz statt – über 100 Endgeräte klinkten sich ein. Viele Teilnehmer stellten im angebotenen Chat teilweise sehr detaillierte Fragen oder machten ganz einfach frühzeitig klar, dass sie auf gar keinen Fall Windräder in ihrer Nachbarschaft haben möchten.

Anknüpfen an Pläne aus dem Jahr 2015

Da war Sabrina Raser vom beteiligten Planungsbüro noch mittendrin in ihren Erklärungen zu Details des Projektes – das Investor Andreas Düser zuvor bereits in Auszügen vorgestellt hatte.

Zumindest teilweise will er an Pläne aus dem Jahr 2015 anknüpfen, die damals bereits Widerstand in den Soester Ortsteilen ringsum geweckt hatten. Der regt sich auch jetzt wieder – Mitglieder der damals gegründeten Bürgerinitiative gehörten zu den Teilnehmern der Infoveranstaltung. Sie hörten, dass auf zwei Flächen, eine unmittelbar nördlich und eine weitere südlich der Autobahn, insgesamt fünf Windräder gebaut werden sollen – einmal drei und einmal zwei.

Wobei auf Letzterer alternativ auch eine einzige, dafür mit 200 Meter Gesamthöhe besonders mächtige, Anlage denkbar wäre. Das Windrad-Trio würde eine Gesamthöhe von jeweils 150 Meter erreichen, im zweiten Planungsgebiet sind, optional zu einem 200-Meter-Windrad, auch zwei jeweils 150 und 180 Meter hohe Anlagen geplant.

Mehr Windkraft für Klimaneutralität nötig

Wenn Soest tatsächlich bis 2030 eine klimaneutrale Stadt werden soll, dann wird es ohne einen substanziellen Ausbau der Windenergieanlagen im Stadtgebiet nicht gehen. Nach derzeitigen Berechnungen des Investors könnten die geplanten Windräder zwischen Röllingsen und Meiningsen bis zu 20 Prozent des Soester Stromverbrauches decken. Kämen noch die bei Müllingsen geplanten Anlagen hinzu, wären sogar 30 Prozent drin. Über Beteiligungsmodelle sollen Anwohner, so versichert der Investor, auch die Möglichkeit haben, finanziell von der Stromerzeugung vor ihrer Haustür zu profitieren.

Die klassischen Aspekte, die auch an anderen Stellen zu Sorgen oder auch glatten Ablehnung solcher Anlagen bei Anwohnern führten, griff Raser auf und versicherte, dass sich alle denkbaren Auswirkungen durch die Anlagen auf Menschen in der Nachbarschaft weit unterhalb aller gesetzlichen Grenzwerte befinden würden: Schattenwurf und Infraschall zählten dazu ebenso wie die vorgeschriebene Tages- und Nachtkennzeichnung. Im Chat wurden daran erhebliche Zweifel geäußert und weitere Fragen zu Details gestellt. Die betrafen unter anderem das relevante Aufkommen von Flugzeugen, die die Nachtbeleuchtung auslösen, und die Lärmbelastung – ohnehin schon hoch durch Autobahn und Fluglärm.

Moderator und Technischer Beigeordneter Matthias Abel versicherte, Antworten zeitnah auf dem städtischen Bürgerbeteiligungsportal www.mitdenken-soest.de zu veröffentlichen.

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