Wie teuer wird der Turm für die Johannesgemeinde?

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Statisch stabil, aber marode: der Turm der Johanneskirche.

Soest – Stillstand muss offensichtlich kein Rückschritt sein, soweit es die Zukunft des Glockenturms der Johanneskirche betrifft: Der ist bekanntlich höchst marode, ob er aber abgerissen und/oder neu gebaut oder saniert wird, kann derzeit niemand sagen. Das hat auch damit zu tun, dass der Denkmalschutz den Turm „entdeckt“ hat. 

Zur Erinnerung: Als vor einigen Jahren Teile der Fassaden bröckelten und der Bereich um den Turm herum daraufhin zur Sicherheit gesperrt werden musste, zeigte ein genauerer Blick, dass auch der in den 60er Jahren aus Stahlbeton errichtete Turm im Kern geschwächt war. 

Weil eine Restaurierung nach Ansicht des Presbyteriums mit über einer Million Euro viel zu teuer wäre, stellte das Gremium einen Antrag auf Abriss. Der wäre natürlich auch nicht zum Nulltarif zu haben, aber doch noch „erschwinglich“. 

Und hier kommt der Denkmalschutz ins Spiel: Landesweit wurden und werden nämlich zahlreiche Gotteshäuser, die in den Nachkriegsjahren gebaut wurden, unter Schutz gestellt – mit der Folge, dass ein entsprechender Bescheid Ende vergangenen Jahres auch für die Johanneskirche ausgestellt wurde. Dagegen legte die Kirchengemeinde Widerspruch ein. „Und seitdem ruht der See still“, fasst Johannes-Pfarrer Friedemann Kölling den aktuellen Sachstand zusammen. 

Ganz still aber nun auch wieder nicht: Hinter den Kulissen laufen Gespräche des Presbyteriums mit der unteren Denkmalbehörde, also der Stadtverwaltung, um eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden. 

Für Kölling ist klar: Selbst wenn der Turm restauriert würde, wäre er nicht mehr derselbe – denkmalgeschützte – wie zuvor. Die Stahlbetonkonstruktion ist nämlich nicht mehr zeitgemäß, müste vielmehr durch eine Spritzbetonkonstruktion ersetzt werden. Die aber würde „deutlich massiger“ als das Original wirken.

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