Trotz Suche mit Hunden und Hubschrauber

Pick-up-Fahrer ist nach spektakulärem Unfall auf der A44 weiter auf der Flucht

Der VW Amarok raste die Autobahnböschung hinab, überschlug sich und ging in Flammen auf. Die Polizei fahndet nach dem flüchtigen Fahrer.
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Der VW Amarok raste die Autobahnböschung hinab, überschlug sich und ging in Flammen auf. Die Polizei fahndet nach dem flüchtigen Fahrer.

[Update: 12.25]  Es fing als Auffahrunfall auf der A 44 bei Soest-Ostönnen an und endete als spektakulärer Großeinsatz, der bis in den Abend andauerte. Ein Pick-up raste am Donnerstagnachmittag die Autobahnböschung hinab, überschlug sich und ging in Flammen auf. Als Zeugen dem Unfallfahrer helfen wollten, ergriff dieser die Flucht. Die Fahndung lief zunächst auch nach Einbruch der Dunkelheit weiter, wurde aber im weiteren Verlauf des Abends abgebrochen. Einen Tag nach dem Unfall veröffentlichte die Autobahnpolizei nun neue Details.

Soest - Laut Polizei war der Pick-up, ein schwarzer VW Amarok, gegen 15.35 Uhr auf der A 44 in Richtung Kassel unterwegs. Weiter heißt es: „Kurz vor der Talbrücke Ostönner Bach nutzte er den Seitenstreifen und überholte den Lkw eines 39-Jährigen aus Polen verbotswidrig rechts. Aus bislang ungeklärter Ursache verlor der VW-Fahrer im Anschluss die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte mit der Mittelschutzplanke.“ Von dieser abgewiesen sei der Pick-up dann gegen den Kleinwagen einer 30-Jährigen aus Welver geprallt, die den linken Fahrstreifen befuhr. „Im Weiteren stieß er seitlich gegen den Lkw, bevor er nach rechts von der Fahrbahn abkam und eine Böschung hinunterfuhr. Dort überschlug sich sein Fahrzeug ersten Zeugenangaben zufolge mehrfach, bevor es auf einer Weidefläche unterhalb der Talbrücke auf dem Dach liegend zum Stehen kam.“

Ersthelfer seien zu dem Pick-up-Fahrer gerannt und hätten dem Mann aus dem Auto herausgeholfen, schreibt die Polizei. „Kurze Zeit später stieg Qualm auf und der VW geriet in Brand. Während die Helfer telefonierten, ergriff der offenbar verletzte Fahrer die Flucht.

Mantrailer-Hunde wurden eingeflogen

Die Polizei suchte unter anderem mit einem Hubschrauber nach dem Flüchtigen. Auch die Sondereinheit Rettungshunde-Ortungstechnik der Feuerwehr Iserlohn wurde von der Landesleitstelle der Polizei alarmiert. Für die Suche nach dem Fahrer des Pick-ups wurden speziell ausgebildete Mantrailer- Hunde benötigt.

Da die Zeit drängte, entschied man sich für den Transport der Hunde und Hundeführer mit einem Polizeihubschrauber. „Hubschrauberflüge gehören grundsätzlich zum Trainingsprogramm der Einheit, sodass insbesondere die Hunde auf eine solche Situation vorbereitet sind“, heißt es von Seiten der Feuerwehr Iserlohn. Nach kurzer Flugzeit wurden die Iserlohner Einsatzkräfte direkt an der Unfallstelle abgesetzt und konnten ihre Arbeit aufnehmen. Aufgrund der schwierigen Spurenlage musste die Suche in den Abendstunden abgebrochen werden. Die Sondereinheit war mit drei Einsatzkräften und zwei Mantrailer- Hunden im Einsatz.

Ermittlungen beim Fahrzeughalter

Inzwischen seien auch Ermittlungen beim Fahrzeughalter in Odenthal, einer Gemeinde nördlich von Bergisch Gladbach, veranlasst worden, so die Polizei.

Pickup rammt Kleinwagen auf der A44

Pickup rammt Kleinwagen auf der A44

30-Jährige aus Welver und ihr Kleinkind leicht verletzt

Die Insassen des Kleinwagens, die 30-jährige Frau aus Welver und ihr Kleinkind, wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt und zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Der Lkw-Fahrer aus Polen blieb unverletzt.

Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf mehr als 25.000 Euro.

Unfallhergang wirft Fragen auf

Der Unfallhergang wirft noch einige Fragen auf. Zumal die Unfallstelle auf der Autobahn etwa einen Kilometer von der Stelle entfernt ist, wo sich der Amarok jenseits der Autobahn überschlug. Der geländegängige Wagen scheint also ein ganzes Stück hinter der Leitplanke entlang gefahren zu sein, bevor er die 45-Grad-Böschung hinabfuhr. Laut Zeugenaussagen soll der Pick-up vor dem Unfall mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein und immer wieder die Fahrspur gewechselt haben.

Das Auto überschlug sich und ging in Flammen auf.

Die Feuerwehr Werl war mit sechs Fahrzeugen und 30 Kräften im Einsatz. Während der Löscharbeiten wurde die Fahrbahn in Richtung Kassel kurzzeitig komplett gesperrt. Inzwischen kann der Verkehr aber wieder an der Unfallstelle vorbeifließen.

Ein Novum für die Feuerwehr sei es gewesen, dass sie für Löscharbeiten ihre Schläuche von einer Autobahnbrücke hinab verlegen mussten, so ein Feuerwehr-Sprecher.

Der VW Amarok raste die Autobahnböschung hinab, überschlug sich und ging in Flammen auf. Die Polizei fahndet nach dem flüchtigen Fahrer.

Hinzu gerufen wurde später die Feuerwehr Soest, die die Werler vor Ort unterstützte und später ablöste.

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