Vor dem City-Center

Polizei schnappt echten Intensivtäter in Soest: 33 Vergehen in nur zwei Monaten

Kriminalstatistik
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Der Mann wurde in Polizeigewahrsam gebracht (Symbolbild)

Gestohlene Schlappen und Schuhe, dazu jede Menge Drogen und eine gehörige Portion Dreistigkeit. Zwei Männer, 23 und 27 Jahre alt, lassen kaum eine Gelegenheit aus, ihre Polizeiakte zu erweitern.

Soest - Ein „alter Bekannter“ ist einer der beiden Gauner, die die Polizei am Mittwochabend stellte, nicht, aber dafür pflegt er eine umso intensivere „Freundschaft“ mit der Polizei. In den 8 Tagen, die er im Kreis Soest ist, hatte sich die Polizei jetzt schon siebenmal mit ihm beschäftigen müssen. Auf 33 polizeiliche Einträge insgesamt kommt der Mann aus Algerien in den nur zwei Monaten, die er bislang in Nordrhein-Westfalen ist.

Seinen jüngsten Eintrag in den Polizeiakten hat er sich zusammen mit einem 23-Jährigen - beide zurzeit Bewohner der ZUE in Möhnesee - am Mittwochabend vor dem City-Center gesichert.

Intensivtäter aus Algerien: Badeschlappen und Sneaker als Beute

Gegen 19.45 Uhr wurde die Polizei am Mittwochabend zum Soester Busbahnhof gerufen. Dort waren bereits Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit der Schlichtung eines Streits zwischen mehreren Personen beschäftigt. Ein 26-jähriger Mann aus
Lippstadt und eine 36-jährige Werlerin hatten zuvor gemeinsam auf einen Bus gewartet. Dabei konnten sie erst einer Straftat zusehen, der Lippstädter wurde dann selber zum Opfer.

Zunächst beobachteten sie zwei Männer, die aus dem City-Center kamen. „Einer der beiden verstaute ein paar Badeschlappen mit Kaufetikett in seinem Rucksack. Der Zweite tauschte seine Schuhe gegen ein Paar neuer Sneaker, von denen er das Kaufetikett
entsorgte“, schildert das der Polizeibericht.

Intensivtäter aus Algerien: Gestohlener Rucksack auf dem Rücken

Die beiden 23 und 27 Jahre alten Männer, die zurzeit in der zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete bei Möhnesee leben, sprachen danach den Lippstädter und die Werlerin an. Einer lenkte sie ab, während der zweite den
Rucksack des Lippstädters an sich brachte. Dies blieb jedoch nicht unbemerkt.

Die eintreffende Polizei nahm den Sachverhalt zunächst auf. „Der 27-Jährige behauptete, die Schuhe gerade vor dem Bahnhof von einem Kumpel gekauft zu haben. Der andere machte keine Angaben. Den entwendeten Rucksack hatte der 23-Jährige auf seinem Rücken. Er versuchte diesen mit seinem eigenen Rucksack, den er darüber trug, zu tarnen“, heißt es im Polizeibericht.

Intensivtäter aus Algerien: Todesdrohung gegen Beamte

Die Beamten stellten die gestohlenen Schuhe sicher und übergaben den Rucksack seinem Eigentümer. Bei der Durchsuchung
der beiden Beschuldigten fanden die Polizisten außerdem ein Tütchen Cannabis in einer Hosentasche des 27-Jährigen. Die beiden Männer bekamen anschließend von der Polizei einen Platzverweis. Doch damit nicht genug:

Der 27-Jährige wollte dem Platzverweis absolut nicht nachkommen. Er wurde daraufhin in Gewahrsam genommen. Auf dem Weg zur Wache bedrohte er die Polizisten mehrfach mit dem Tod. Bevor er in die Zelle gebracht wurde, durchsuchten die Beamten ihn nochmals gründlicher. Dabei tauchten weitere neun Tütchen mit Cannabis auf.

Intensivtäter aus Algerien: Nach einer Nacht in der Zelle will er Drogen

„Dies deutet daraufhin, dass der 27-Jährige mit Drogen handelt“, erklärt Polizeisprecher Wolfgang Lückenkemper. Bei ihm handelt es sich um einen echten Intensivtäter: 33 Einträge bei der Polizei NRW, seit der Mann im Bundesland ist, und jetzt schon 7 Polizeikontakte in den nur 8 Tagen seit seiner Ankunft am Möhnesee.

Auf Einsicht oder Besserung deutete zumindest nach der Nacht im Polizeigewahrsam auch nichts hin. Bei der Entlassung am Donnerstagmorgen mussten sich die Polizisten erneut üble Beschimpfungen anhören, obendrein forderte er die Rückgabe der Drogen.

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