Er soll mehr Kompetenz fürs Klinikum bringen: Politik will Experten für Aufsichtsrats-Vorsitz

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Die Sanierung des Soester Klinikums ist eine Aufgabe, die Jahre in Anspruch nehmen wird. Mithelfen soll dabei ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender, der Erfahrungen als Arzt und Manager hat.

Soest – Nach der Wahl geht unweigerlich das große Stühlerücken los: Wer wo und in welcher Funktion die Interessen der Fraktionen vertritt und wie die Zuständigkeiten der jeweiligen Gremien zugeschnitten sein werden, all das wird derzeit in zahllosen Gesprächen von Politik und Verwaltung verhandelt. Konsens gibt es nach Anzeiger-Informationen bereits über eine wichtige Veränderung im Aufsichtsrat des städtischen Tochterunternehmens Klinikum Stadt Soest. 

Mit wachsenden wirtschaftlichen Problemen des Klinikums war in den vergangenen Jahren auch die Kritik an der Arbeit des Aufsichtsrates lauter geworden. Unter anderem wurden interne Grabenkämpfe öffentlich ausgetragen und mangelnder Sachverstand vieler Mitglieder des Gremiums beklagt, der mitverantwortlich dafür gewesen sei, dass das Unternehmen schließlich zu einem Sanierungsfall wurde. 

In die Schusslinie war dabei wiederholt auch der Aufsichtsratsvorsitzende Roland Maibaum (SPD) geraten. Der hatte schließlich angeboten, seinen Posten an Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer abzutreten – ohne den vorher gefragt zu haben, ob er dazu überhaupt bereit sei. Zu einem Wechsel war es vor der Wahl dann aber nicht mehr gekommen. 

Mit solchen Konflikten im Aufsichtsrat mitten in der Sanierung des angeschlagenen Klinikums soll jetzt Schluss sein: Nach Informationen des Anzeigers hat Ruthemeyer eine Forderung aufgenommen, die in der Vergangenheit wiederholt von der FDP geäußert worden war, und nach einem externen Fachmann gesucht, der den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen soll. Fündig wurde er offenbar in Rheinland-Pfalz. 

Mediziner und Manager 

Prof. Michael Masanneck war dort bis zum vergangenen Jahr im Kreis Ahrweiler sowohl als Geschäftsführer des Marienhaus Klinikums, einem Verbund von drei Krankenhäusern in Adenau, Burgbrohl und Bad Neuenahr-Ahrweiler mit insgesamt 525 Betten, tätig als auch in gleicher Funktion bei der Marienhaus Kliniken GmbH. Das ist ein katholischer Verbund von 14 Krankenhäusern und zahlreichen anderen Einrichtungen mit insgesamt fast 4 000 Betten und Standorten in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen. 

Prof. Michael Masanneck kennt sich aus mit schweren Fällen: Berufliche Erfahrungen hat er unter anderem als Ärztlicher Leiter am Nürburgring gesammelt.

Am Anfang des beruflichen Werdeganges des 58-Jährigen standen allerdings ein Studium der Biologie und anschließend der Medizin. Nach dem erfolgreichen Abschluss arbeitete Masanneck zunächst als Unfallchirurg, unter anderem als Ärztlicher Leiter am Nürburgring und Leitender Notarzt im Kreis Ahrweiler, bevor er 2011 in die Geschäftsführung der medizinischen Versorgungszentren Marienhaus in Waldbreitbach wechselte. 

Später sammelte er weitere Managementerfahrungen, unter anderem als Geschäftsführer von Kliniken in Bonn und Aachen. 

Nach Anzeiger-Informationen soll über die Berufung von Michael Masanneck an die Spitze des Klinikum-Aufsichtsrates in der Politik weitgehend Einigkeit herrschen. Wählen wird ihn allerdings erst der neue Aufsichtsrat, voraussichtlich im November, der nach der Kommunalwahl noch gebildet werden muss.

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