Politik streitet

Was soll aus der Baumschutzsatzung werden?

+
Ab wann sollen Bäume unter die Baumschutzsatzung fallen? Diese Frage beschäftigt die Soester Politik schon länger. Jetzt soll eine Entscheidung fallen.

Soest – Der Schutz von Bäumen ist in Soest nicht nur ein Thema, das emotional bewegt, er ist auch in einer seit 1991 geltenden Satzung geregelt. Die soll nun neu gefasst werden. Angesichts der immer wieder heftig aufeinander prallenden Meinungen dazu, welche Bäume wie am besten geschützt werden sollten, ist es wenig verwunderlich, dass die Politik auch bei dieser Diskussion bislang nicht zueinander gefunden hat. Am Dienstagabend wird das im Hauptausschuss kaum anders werden. 

Grundsätzlich gibt es vier Meinungslager, die Position bezogen haben. Da wären die Verfechter einer Beibehaltung der Satzung in ihrer bisherigen Form, weil sie sich bewährt habe. 

Auf der anderen Seite gibt es Kritiker, die die völlige Abschaffung fordern. 

Dann gibt es die Befürworter einer Lockerung, die glauben, dass eine zu scharfe Satzung kontraproduktiv ist, weil Grundstücksbesitzer Bäume im Zweifelsfall lieber fällen bevor sie groß genug werden, um den Einschränkungen der Satzung zu unterliegen. 

Und schließlich gibt es die Unterstützer einer Verschärfung der Baumschutzsatzung. Sie glauben, sie habe sich in der bisherigen Form nicht bewährt. 

Stammumfang in der Kritik

Zu ihnen zählt auch die SPD-Fraktion, die in einem interfraktionellen Vorgespräch zur Sitzung auf zwei Forderungen beharrt hat, über die keine Einigung erzielt werden konnte. 

Die Sozialdemokraten wollen, dass der Stammumfang, ab dem Bäume unter die Satzung fallen sollen, von derzeit 120 Zentimeter auf 80 Zentimeter reduziert werden soll – alternativ würden sie auch einen Kompromiss akzeptieren, nach dem nur innerhalb der Wälle 100 Zentimeter (im Rest 120) oder im gesamten Geltungsbereich der Satzung gelten würden. 

Außerdem besteht die SPD darauf, Birken wieder in die Gruppe der geschützten Bäume aufzunehmen. Bislang fallen sie wie Pappeln und die meisten Obstbäume nicht unter die Satzung. Im Umweltausschuss gab es im vergangenen April eine Diskussion über eine Satzungsänderung. Damals gab es eine knappe Mehrheit (8:7 Stimmen) für eine Reduzierung des Stammumfangs auf 80 Zentimeter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare