Platz für 1500 Menschen: Neue Flüchtlings-Unterkunft in Soest dürfte sich schnell füllen

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Mit Hochdruck wird an den Quartieren in der ehemaligen Kaserne gearbeitet.

Soest – Noch laufen die Bauarbeiten. Doch wenn im nächsten Jahr die neue Flüchtlings-Unterkunft am Hiddingser Weg fertig sein wird, dürfte sie sich rasch bis an die Kapazitätsgrenze füllen und 1500 Menschen ein Quartier bieten.

Das Land schließt nämlich gerade acht andere Zentrale Unterkünfte für Asylsuchende an anderen Orten, um die restlichen 30 Standorte besser auszulasten und somit die Kosten zu senken. 25 000 Plätze gibt es in den 38 landeseigenen Unterbringungs-Standorten. 

Wenn die acht Sammelquartiere – darunter das in Rüthen im Kreis Soest – geschlossen sind, bleiben noch 20 000 Plätze. „Das genügt nach unserer Einschätzung heute“, sagt Christoph Söbbeler von der Bezirksregierung in Arnsberg, zuständig für die Koordinierung der Flüchtlings-Unterkünfte. 

Nach Söbbelers Angaben ist in Rüthen heute nicht mal jedes zweite Bett belegt: 241 Menschen sind hier untergebracht; Platz wäre für 500 dort. In Möhnesee-Echtrop sieht es ähnlich aus: Die Kapazität reicht für 700 Flüchtlinge, de facto halten sich dort 235 auf. In Soest ist zur Zeit wegen der Umbauarbeiten in der van-Wessem-Kaserne am Hiddingser Weg kein Flüchtling einquartiert.

Die verbleibenden 20 000 Plätze können sich also schnell füllen, blickt man auf die rund 19 000 Flüchtlinge, die in diesem Jahr bis Ende September nach Nordrhein-Westfalen gekommen sind. Die Zahl stammt vom NRW-Flüchtlingsministerium. 

Wobei solche Zahlen und Prognosen immer nur Augenblicks-Charakter haben. Söbbeler: „Spitz auf Knopf kann Ihnen das keiner sagen.“ Wer weiß schon, wie sich die in den vergangenen Tagen zugespitzte Lage für die Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten in Griechenland und in der Türkei entwickelt, wo Millionen Menschen untergekommen sind. 

„Ein permanenter Spagat“, so der Sprecher der Bezirksregierung. Sollten die Zahlen wie 2015 und 2016 stark ansteigen, blieben die acht Unterkünfte, die jetzt geschlossen werden, als Reserve. Die Bauten abzureißen und die Immobilien anderweitig zu nutzen, ist nicht vorgesehen. 

2015 und 2016 waren die Flüchtlings-Zahlen in Deutschland steil nach oben gegangen. Überall mussten Städte und Gemeinden reagieren. In der ersten Phase ließ die Stadt Soest die Dreifach-Sporthalle im Schulzentrum am Paradieser Weg räumen und brachte hier Menschen unter, später auch in der leer stehenden Kolping-Bildungsstätte.

Im Herbst 2015 dann der Kraftakt. In der zuvor 25 Jahre lang verwaisten und zugewachsenen belgischen Kaserne am Hiddingser Weg wurde gerodet und eine Zeltstadt für 800 Flüchtlinge aufgebaut. Danach reifte der Plan, die leer stehenden Militär-Blocks zu sanieren und für Flüchtlings-Quartiere herzurichten. Das Projekt hat sich mehrfach verzögert. 

Stand heute: Ende 2020 soll die Massenunterkunft für 1500 Menschen öffnen; die Baukosten sind mittlerweile von 23 auf 27 Millionen Euro geklettert.

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