Pläne für neuen Lidl am Opmünder Weg in Soest sind reif: Politik muss Farbe bekennen

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Lidl will sich am Opmünder Weg mit deutlich vergrößerter Verkaufsfläche präsentieren.

Soest – Wenn es um den täglichen Einkauf geht im Supermarkt, beim Discounter oder in der Apotheke, versorgen sich die meisten Soester gern am Stadtrand.  Jetzt liegen baureife Pläne für einen neuen Lidl-Markt am Opmünder Weg vor.

Neu ist die Idee keineswegs, sagt Jochen Haverland, der sich hier um das große Areal bemüht, auf dem einst die Brotfabrik seiner Eltern stand. „Vor drei Jahren habe ich bereits mit Lidl einen neuen Mietvertrag unterzeichnet und mich verplichtet, neu zu bauen.“ 

Denn Lidl will genauso wie seine Mitbewerber mit der Zeit gehen und „schönere und größere Märkte“ bauen. Die Fläche im heutigen Markt am Opmünder Weg ist ausgereizt. Aus 1000 Quadratmetern Fläche sollen 1500 werden. Deshalb soll der neue Markt gegenüber auf der anderen Seite des Areals entstehen, dort wo heute in den alten Haverland-Gebäuden noch ein Fahrradgeschäft und ein Personaldienstleister untergebracht sind. 

Die Altbauten würden – wenn es so weit ist – abgerissen und durch eine neue, große Lidl-Halle ersetzt. Abgeräumt wird auch die Brotfabrik auf der rückwärtigen Seite; somit entsteht noch mehr Raum für Parkplätze. 

Die vergangenen drei Jahre ist wenig passiert. Denn die Stadt will Lidl im großen Zusammenhang sehen: Was passiert hier insgesamt im Soester Osten auf beiden Seiten der Ringstraße? Was darf hier an Einzelhandel noch zusätzlich genehmigt werden, um nicht den Kaufleuten in der Innenstadt das Wasser abzugraben? Und vor allem: Wie soll der Verkehr fließen, wenn hier immer mehr los ist und die ein oder andere Zufahrtstraße heute schon nicht mehr den Anforderungen genügt? 

Mehrere Gutachter haben inzwischen solche Fragen beantwortet. Wobei die Lidl-Expansion auf der zur Innenstadt weisenden, nördlichen Seite des Rings noch die unkomplizierteste ist. Wer zum heutigen Lidl oder zum benachbarten Elektronikmarkt Euronics (früher Berlet) oder in das Fitness-Center will, erreicht alle Adressen über den Opmünder Weg. 

Bei den Geschäften und Dienstleistern auf der Südseite rollt der Kundenverkehr zum großen Teil direkt von der Bundesstraße aufs Gelände – mit allen Nachteilen, die etwa Linksabbieger für die viel befahrene Hauptstraße mit sich bringen. Die Pläne für den neuen Lidl jedenfalls sind geschmiedet. In einer der nächsten Sitzungen des Stadtentwicklungsausschusses dürften sie auf den Tisch kommen; die Politiker könnten damit den Weg frei machen für die Bürgerbeteiligung.

Investor und Eigentümer Jochen Haverland hat mit dem Discounter den Vertrag für den Neubau stehen. „Auf Jahrzehnte“ sei die Zusammenarbeit ausgerichtet. Lidl weiß offensichtlich, was er an diesem Standort hat, der nicht zuletzt von neuen Wohnsiedlungen in der Nähe (ehemaliges Coca-Cola-Areal) weiter profitieren dürfte. 

Mehrere hundert Seiten, so Haverland, sei die eigentliche Baubeschreibung für den neuen Laden stark. Bis zur letzten Steckdose sei minutiös aufgelistet, wie der Bau aussehen und was er beinhalten soll. Eine Besonderheit: Der neue Discounter wird komplett ohne eine Heizung auskommen. Damit trotzdem wintertags Käufer wie Angestellte nicht das Bibbern kriegen, wird die Abwärme aus den Kühltheken genutzt, um die Hallen zu wärmen. 

Von der Stadt, also von der Genehmigung des Bauantrags, hängt alles weitere ab: Was kommt in den heutigen Lidl-Markt direkt an der Ringstraße? Wo bleibt der Fahrradhändler?

Es habe keinen Wert, heute schon solche Fragen zu beantworten, sagt Haverland. Wie soll er mit Geschäftsleuten verlässlich reden und verhandeln, wenn er selbst das genaue Datum für den Bau und die Eröffnung des neuen Lidl nicht kennt. Sein Wunsch: Mögen 2020 zumindest die Bauarbeiten beginnen.

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