Pflege, ein Thema, das alle angeht

we Hemmersbach und Wilko Lebkücher (rechts) appellieren, sich rechtzeitig Gedanken über die Pflege zu machen. -  Foto: Dahm

SOEST - Der Vater ist krank und gebrechlich. Allmählich wird klar, dass er nicht mehr alleine zurechtkommt. Was tun? Wo finden Kinder Unterstützung, die sich um ihre alten Eltern kümmern? Gibt es finanzielle Zuwendungen?

Die Pflege von Angehörigen – ein umfassendes Thema, das ganze Seiten füllt. Pflegeberater Wilko Lebkücher hat eine umfangreiche Infoschrift zusammengestellt. Wie gefragt dieses Wissens-Werk ist, wird daran deutlich, dass die erste gedruckte Auflage inzwischen vergriffen ist. Nun hat er das Heft überarbeitet und unter anderem die aktuellen gesetzlichen Neuerungen aufgenommen.

„Pflegebedürftige und Angehörige sollen in ihrer Situation nicht allein gelassen werden“, fasst Uwe Hemmersbach (Abteilung Jugend und Soziales) die Leitlinien der Änderungen zusammen, die in vielen Bereichen eine deutliche Verbesserung der Leistungen darstellen. So gibt es unter anderem mehr Geld, um die Wohnung anzupassen, etwa die Tür zu verbreitern oder die Duschkabine umzurüsten und ebenerdig anzulegen. Nun ist es auch möglich, die Kurzzeit- und Verhinderungspflege in der Summe acht Wochen pro Jahr in Anspruch zu nehmen.

Im häuslichen Umfeld bleiben

Der Grundsatz „Ambulant vor stationär“ solle gestärkt werden, hebt Wilko Lebkücher hervor. Das bedeutet konkret: Wer Pflege braucht, soll die Möglichkeit haben, so lange es geht, in der häuslichen Umgebung zu bleiben.

Angehörige, die einem Beruf nachgehen, bekamen bislang bei einer zehntägigen Auszeit zur Organisation der Pflege kein Geld. Auch sie stehen in Zukunft besser da. Wer ein halbes Jahr zu Hause bleibt, um für Vater oder Mutter da zu sein, kann ein zinsloses Darlehen beantragen. Allein diese Beispiele zeigen, was alles bedacht und geplant werden muss. Der deutliche Appell Uwe Hemmersbachs und Wilko Lebküchers lautet, gründlich zu überlegen und sich bei Zeiten Gedanken über die mögliche eigene Pflegebedürftigkeit zu machen.

Gut ein Drittel der Soester ist inzwischen über 60 Jahre alt. Dieser Anteil, den Uwe Hemmersbach am Mittwoch nannte, macht die Relevanz der Materie deutlich.

Broschüre liegt bald aus

Wilko Lebkücher führt im Soester Rathaus die Trägerunabhängige Beratung für Soest, Bad Sassendorf, das westliche Lippetal und Möhnesee durch. Um die anderthalb Stunden dauern die ausführlichen Gespräche, die er mit den Besuchern führt. Sein Ratgeber gibt Antworten auf viele Fragen. Die Broschüre ist in den nächsten Tagen über den Internet-Auftritt der Stadt Soest abzurufen und liegt etwa Ende Januar auf Papier vor. - Köp.

Sprechzeiten von Wilko Lebkücher: Montag bis Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr, Montag 14 bis 16 Uhr, Donnerstag 14 bis 17.30 Uhr. Für Berufstätige auch nach Vereinbarung.

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