Peter Kuntzes "Wort zum Sonntag"  schafften stets den großen Bogen 

Peter Kuntze

Soest – Seine Beiträge in unserer Reihe „Wort zum Sonntag“ gehörten zu den lesenswertesten. Als Naturwissenschaftler, der weit über den Tellerrand der Mathematik und Physik hinausschaute, gelang es Peter Kuntze ein ums andere Mal, die großen Zusammenhänge in dieser Welt darzustellen und Religion, Glauben, Wissenschaften, Geschichte und Alltag zu verknüpfen. Vergangenen Freitag ist Kuntze gestorben; er wurde 79 Jahre alt.

„Segen und Fluch“ hat er einen seiner letzten Beiträge überschrieben. Er erinnerte sich daran, wie ihn das Tagebuch der Anne Frank als Schüler tief berührt und ein „schmerzvolles Interesse“ an der Geschichte der Juden ein Leben lang wach gehalten hat. Kuntze zog den Hut vor dem „sehr bunten Völkchen“ der Juden, die zwar nur zwei Promille der Weltbevölkerung stellen, aber jeden fünften Nobelpreisträger in den Fächern Physik, Chemie und Medizin. Er arbeitete akribisch die Unterschiede zwischen Christen und Juden heraus und die Schwierigkeiten, ein selbstbestimmtes und autonomes Leben mit Gottes Willen in Einklang bringen zu können. Ohne jede „Rück-Sicht“ und Einordnung gerate uns heute die Leugnung des Klimawandels „genauso zum Fluch wie die und kontrollierte Geldgier in Wirtschaft und Finanzwelt“. Das schrieb Kuntze im März 2018, lange bevor die Leute für mehr Klimaschutz auf die Straße gingen.

Mehr als 30 Jahre hat der Möhneseer an der Reihe „Wort zum Sonntag“ mitgewirkt, zeitweilig sogar die Arbeit des Autorenkollegiums koordiniert. Seit 1976 unterrichtete Kuntze am Conrad-von-Soest-Gymnasium und wurde hier 1987 stellvertretender Schulleiter. Auch dort dürften sich seine einstigen Mitstreiter gern an die unprätentiöse, fundierte und kluge Sicht des Studiendirektors erinnern.

Kommenden Samstag um 10.30 Uhr beginnt in der Zwölf-Apostel-Kirche in Körbecke die Trauerfeier für Peter Kuntze.

hs

Mehr Nachrufe finden Sie unter www.trauer.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare