Erneut Note 2,6

Passanten-Umfrage zur Soester Altstadt: Attraktiv ja, anziehend nein

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Das Einzelhandelsangebot in der Soester Innenstadt soll künftig verbessert werden.

Soest - 22 Prozent weniger Passanten in der Soester Innenstadt – aber an der Attraktivität der Altstadt liegt es keineswegs. Das hat die Stadt jetzt schriftlich.

Das Institut für Wirtschaftsforschung in Köln hat nach 2014 im Herbst 2016 ein zweites Mal mehr als 200 Passanten in Soest befragt. Das Fazit: Die Note 2,6 konnte wieder erzielt werden, in mancher Hinsicht hat sich Soest sogar verbessert. Woran liegt es also, dass es leerer geworden ist in den Einkaufsstraßen und in den Geschäften? 

Soests Wirtschaftsförderin Prof. Monika Dobberstein sieht das Defizit beim Angebot: Nach der Geschäftsaufgabe von Saturn und dem noch nicht fertiggestellten neuen Modehaus Kress befinde man sich gerade auf einer Durststrecke. „Wir arbeiten jeden Tag daran, das Einzelhandels-Angebot zu verbessern“, so Dobberstein. In Sachen „Kloster-Galerie“ (vormals Saturn) sei sie „ganz optimistisch“, demnächst einen neuen Anker-Mieter präsentieren zu können. 

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Details wie Namen und Datum möchte sie vorerst nicht nennen. Schwieriger werde es, die Nachfrage nach Unterhaltungs-Elektronik in der City zu bedienen. Es gebe schließlich zwei gut laufende Läden am Stadtrand. „Der Einzelhandel erlebt gerade einen Paradigmenwechsel“ durch den immer stärker florierenden Online-Handel, sagt die Wirtschaftsförderin. 

Das werde auf Dauer Geschäfte in kleineren Städten treffen. Deswegen sei man in Soest auf der Hut, erst gar nicht in den Teufelskreis zu geraten: Schließen erst mal reihenweise Läden, bleiben die Kunden weg und setzen somit die verbleibenden Händler weiter unter Druck. Die äußeren Rahmenbedingungen, so ergab die Studie, sind positiv für Soest. Der Gesamteindruck stimme und liege über dem Durchschnitt vergleichbarer Städte. 

In Sachen (gefühlte) Sicherheit – vor zwei Jahren noch ein großes Thema – habe Soest gut aufgeholt; Stadtbild, Flair, Ambiente seien ohnehin überdurchschnittlich; das Angebot gerade bei Büchern, Drogerieartikeln und Brillen sei respektabel, allein bei Unterhaltungs-Elektronik und Mode könnte eine Schüppe obendrauf gepackt werden. 

So kaufen die in Soest Befragten, obwohl sie hier schon angetroffen worden sind, ihre Kleidung zu 42 Prozent in einer anderen Stadt und nur zu 39 Prozent in Soest selber. Und auch für ein neues Paar Schuhe nehmen zwei von fünf Kunden lieber den Weg nach außerhalb. 

Und wenn es um Möbel, Einrichtungs- oder Deko-Artikel geht, steuert sogar eine klare Mehrheit eine andere Stadt an (39 Prozent), nur 30 Prozent kaufen hier. 

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