Passanten geben Soester Altstadt die Note 2,6

Solche Plätze zum Kaffeetrinken, Eisessen oder schlicht zum Verweilen sind in Soest beliebt: Unser Bild zeigt den Vreithof hinter dem Rathaus.

SOEST - Für die Attraktivität ihrer Innenstadt hat die Stadt Soest die Note 2,6 bekommen. Also ein „Befriedigend plus“, das ziemlich genau den Durchschnitt vergleichbarer Städte markiert (2,7). Die Soester Wirtschaftsförderung sieht in der Untersuchung ein gutes Zeugnis (für sich und die Stadt), die Industrie- und Handelskammer zählt eine Reihe von Themen auf, die gleichwohl beackert werden sollten.

Bundesweit haben sich 62 (vornehmlich große) Städte bei dem Projekt „Vitale Innenstädte“ durchleuchten lassen. Datenbasis sind allein die subjektiven Aussagen der in den Citys angetroffenen Passanten. In Soest waren Ende September an zwei Tagen Interviews mit 400 Leuten auf der Straße geführt worden.

„Die Resultate bestärken unsere Annahme, die wir bereits nach der Passantenzählung im Dezember veröffentlicht haben“, sagt Thomas Frye, Geschäftsbereichsleiter für Standortpolitik, Innovation und Umwelt bei der IHK Arnsberg: Die Umsätze an den Ladenkassen sind zugunsten der Erlöse im Online-Handel rückläufig. Das Wachstum des gesamten Handels stagniere seit Jahren, so dass zwangläufig das größere Stück Kuchen im Online-Geschäft zu Lasten der Läden gehen müsse.

Die in die Soester Altstadt kommen, schätzen hier vor allem Stadtbild und Architektur, Flair, Sauberkeit, das Angebot an Gastronomie und die Erreichbarkeit. Immerhin noch ein Befriedigend gibt es für Erlebnischarakter, regionale Verbundenheit, Sicherheit, Vielfalt, Kino, Museen, Lebendigkeit, Parkplätze und Barrierefreiheit. In keinem Bereich gab es schlechte Noten.

Wobei aber längst nicht alle, die interviewt wurden, zum Einkaufen kamen. 56 Prozent wollten tatsächlich shoppen, knapp 26 Prozent waren auf Freizeit aus, 21 Prozent auf dem Weg zur Arbeit, zum Arzt, zur Schule oder zu einer Behörde, 20 Prozent wohnen einfach hier, die verbleibenden 18 Prozenten nannten die unterschiedlichsten Gründe. Mehrfachnennungen waren möglich.

Gemessen an der Herkunft teilten sich die Passanten nahezu halbe-halbe auf: 49 Prozent der Befragten wohnen in Soest, 51 Prozent kamen von außerhalb. Wobei das Einzugsgebiet den gesamten Westkreis sowie Warstein, Erwitte, Lippstadt und Teile Hamms abdeckt.

„Überraschend“ nennt Wirtschaftsförderer Ferdinand Griewel den mit 28 Prozent überdurchschnittlich hohen Anteil der Soest-Passanten, die mit Bahn oder Bus kamen. Andernorts sind es oft nicht mal halb so viele. Im Gegenzug liegt die Zahl der Autofahrer in Soest unter den Werten vergleichbarer Städte.

Und noch ein Ausreißer. Auf die Frage, was die Menschen an Sortimenten in der Innenstadt vermissen, nannten auffallend viele (44 Prozent) Bekleidung und Fashion. Mit 31 Prozent sind es andernorts deutlich weniger, die hinter schicken Klamotten herspüren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare